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Von Alice Springs nach Sydney

Mittwoch, Dezember 24th, 2008 | Author:

Erst ein Tag or der Ankunft meines Freundes fiel mir auf: Wenn er Montag abends losfliegt, und es hier zehn Stunden später ist, wie kann er dann Dienstag morgen hier ankommen? Eine ausfuehrliche Studie der Flugunterlagen offenbarte, dass die Ankunft Mittwoch Morgens erfolgen würde, drei Stunden bevor unser Flug zum Uluru (Ayers Rock) gehen sollte… also ab ins kalte Wasser.

Mittwoch: Freund abholen, ins nächste Fugzeug steigen, in der Wüste aussteigen. In der Wüste regnet es, alles ist grün. Wir haben “Safari in Style” gebucht, Sonnenuntergang mit Sekt und Häppchen am Uluru, nur ohne Sonne, da sind Wolken davor. Unser deutscher Guide nennt den “Sonnenuntergangsparkplatz” liebevoll den “Zoo”. Mein Magen spielt verrückt und es gewittert die ganze Nacht, letzteres ist romantisch, ersteres nicht.

Donnerstag: Fünf Uhr aufstehen, Sonnenaufgang am Uluru. Ab zum Sonnenaufgangsparkplatz, ohne Sonne, mit Regen, lange Hose. Nach ein paar Stunden hört es auf, wir umwandern die Basis des Felsens, das sind ca 9km. Überall sind Matschpfützen, kleine Seen, Wasserfälle kommen den Fels herunter. Wir ziehen die Schuhe aus, erstens weil mein Freund meint dass wäre eine sprituelle Erfahrung, zweitens, weil sonst Wasser reinlaufen würde. Nachmittags fahren wir zum Kings Canyon, fünf Stunden im Bus. Ob wir dableiben koennen erfahren wir allerdings erst nach einer Stunde, weil die einzige Strasse dorthin überflutet ist und nicht sicher ist ob das Wasser steigt oder fällt, und unser Bus nur durch 1m tiefes Wasser kommt… *hüstel*

Freitag: Wir umwandern Kings Canyon, was noch viel schoener und spektakulärer ist als der Uluru. Danach geht es nach Alice Springs. Dort ist es ein bisschen traurig, die Kluft zwischen den Kulturen ist dort sehr offensichtlich. Es ist nicht annähernd so heiss wie es sein sollte, und ich muss ein Jäckchen zum Frühstück am nächsten Morgen anziehen.

Samstag: Flug nach Adelaide, Camper abholen, raus aus der Stadt. Links fahren klappt ganz gut, nur die rechte Hand erleidet einige Prellungen durch unreflektierte Schaltversuche jenseits der Fahrertür…

Sonntag: Die Landschaft sieht überall gleich aus, wir fahren gen Süden. Links vertrocknetes Gras und Kühe, rechts vertrocknetes Gras und Kühe. Eine einzige Strasse, die geradeaus geht. Stundenlang. Plötzlich ist vor uns eine Mauer. Dahinter das Meer, völlig unverhofft. Wir campen in einem kleinen Fischerdorf auf dem Parkplatz von einem Pub und freunden uns mit ein paar Farmern an. Einer ist ehemaliger Bullriding-Champion, kifft wie ein Schlot und fliegt mit einem kleinen Flieger zur Kneipe. Mein Freund hat anscheinend ein neues Hobby. Er sammelt Tannenzapfen.

Montag: Beim Losfahren kommt uns plötzlich ein Auto auf unserer Spur entgegen. Mein Freund sagt “Ups” und schwenkt hinüber auf die linke Strassenseite. Jaja, Männer am Steuer. Wir sehen unsere ersten Känguruhs – tot auf der Strasse, sechs Stück, innerhalb von nur 15 km. Unseren ersten Wombat, tot auf der Strasse. Wir sind ein bisschen geschockt.

Wir fahren die Great Ocean Road entlang. Spektakuläre Küstenlandschaft, zumeist bei Regen. Erst als wir bei den berühmten 12 Aposteln, Sandfelsen die vor der Küste aus dem Meer ragen, ankommen, klart es auf. Das müssen wir nutzen, denken wir und machen völlig spontan einen Helikopterflug um die Felsen. Grossartig!

Dienstag: Es ist kalt und regnet. Wir besuchen einen Nationalpark wo der Eintritt teuer ist, laute Touristen rumlaufen, und es Koalas geben soll. Die haben sich allerdings vor dem Regen versteckt. Abends finden wir ein unglaublich hübsches kleines Nest an der Küste, nahe an einem Fluss. Am Caravanpark empfiehlt man uns zur Dämmerung eine Stelle 6 km nördlich aufzusuchen. Auf der Fahrt dorthin sehen wir nicht nur dutzende Koalas und einen Ameisenigel, sondern endlich auch unsere ersten lebendigen Känguruhs! Im Dunkeln koennen wir dann später Riesenglühwürmchen in ihren Lichterstädten unter dem Riesenfarn am Wegrand beobachten!

Mittwoch: Es ist immer noch kalt und regnet. Wir fahren nach Melbourne, essen zu Mittag und fahren wieder raus aus der Stadt. Es ist schön überall, auch an unserem neuen Campingplatz, aber es ist kalt und es regnet und wir langweilen uns im Camper.

Donnerstag: Nachdem wir lange gefahren sind ohne dass das Wetter besser wurde, und uns selbst unser Abendessen in einem ollen Tourikaff langweilt, beschliessen wir rebellisch, einfach weiterzufahren, Richtung Norden, wo das Wetter besser ist und Sydney nicht mehr so weit. Zunächste kommen uns noch ab und an ein paar Trucks entgegen, später gar nichts mehr, für Stunden. Es ist stockduster, die Strasse ist unberechenbar, die Bäume am Wegrand gruselig, Dörfer oder Häuser nicht vorhanden. Wir halten an einem Trucktsop und warten auf das Morgengrauen.

Freitag: Der Sonnenaufgang ist wunderschön, wir sind in den Snowy Mountains, den Bergen unterhalb von der Hauptstadt Canberra gelandet. Hier ist es zwar kalt, aber es regnet nicht! In Canberra ist es sogar fast warm, wir gehen ins National Museum (splendid!) und fahren danach ans Meer. Neben unserem Camper grast eine ganze Herde Känguruhs, zwei haben Babys im Beutel!

Samstag: Back to Sydney!!! Beim Auspacken purzeln etliche Tannenzapfen aus dem Camper. Ich rechne das ganze hoch, und warne meinen Freund dass er mit 35 Tannezapfen wahrscheinlich nicht durch den Zoll kommt. Beim Blinken mache ich immer noch die Scheibenwischer an.

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So ein Tag…

Mittwoch, November 26th, 2008 | Author:

Kühl, aprilmässig, seit Wochen. Ich wünschte das Wetter würde sich entscheiden, und ich könnte mich ENTWEDER an Winter ODER Sommer gewöhnen.

Zudem ist heute so ein Tag. Es gibt Tage, da schaut man aus dem Fenster und es fällt einem nichts ein, ausser dass es Tage gibt an denen man aus dem Fenster schaut und einem nichts einfällt. Das hier ist nicht so ein Tag. Dies ist ein Tag zum weinen und verzweifeln, ein Tag an dem ich feststelle dass ich möglicherweise 30% Steuern zahlen muss und statt unverschämten 20 Dollar die Stunde nur noch 14 verdiene, dass mein Hintern vom sitzen wehtut, dass ungefähr siebentausend Dokumente ausgefüllt und irgendwo hingeschickt werden müssen, wozu aber keine Zeit bleibt, und es viel mehr Spass macht Moe’s Fussballmannschaft zu unterstützen (wir haben 8:1 gewonnen und ich habe massgeblich zu Torchancen beigetragen), Opossums in Mülltonnen zu beobachten und die Küste entlang zu schlendern als zu arbeiten.

Das ist nämlich was ich quasi ununterbrochen mache, mir den Arsch abarbeiten (fuck! 30 % Steuern!!!), essen, schlafen und zählen. Ich zähle die Tage. Noch dreizehn Tage bis ich nach fünf langen Monaten endlich meinen Liebsten wiedersehe. Noch vierzehn Tage bis ich meine kleine Familie hier verlasse um auf Reisen zu gehen. Noch sieben Wochen bis ich endlich wieder zu Hause bin, bei meiner Familie und all meinen Freunden, die ich höllisch vermisse. Ich vergesse oft dass ich in einer fremden Sprache spreche, und trotzdem fehlt mir etwas.

Aber wie soll ich diese Stadt verlassen, wo man Takeaway für zwei fuffzig bekommt, wo Express-Busse (limited stops!) nach Avalon fahren und die Häuser von britischer Schnuckeligkeit sind, wo es mehr Konzerte in der Woche als Bushaltestellen gibt, wo alle Leute sich mit “Kumpel” ansprechen, wo überall Palmen und wuchtige alte Bäume stehen, wo man eine einstündige Massage für ein paar Dollar bekommt, in zehn Minuten am Strand ist (na gut, ok, in 20 Minuten) und überhaupt alles was man sich wünschen könnte weniger als eine Stunde entfernt ist?

Ich weiss nicht. Moe sagt dass nur zwei Dinge im Leben sicher sind: Der Tod und die Steuer. Vielleicht sollte ich aufs Geld pfeifen und die letzten Tage hier ein bisschen auskosten, meinen Kram regeln und so viel ausspannen wie ich kann bevor es auf die grosse Reise geht!

Die grosse Reise fängt am 10. Dezember an. Wir fliegen zum Uluru, auch bekannt als Ayers Rock, und machen eine dreitägige Outbacktour. Nach Darwin können mich die extremen Temperaturen hoffentlich nicht mehr schocken. Mit einem Camper fahren wir dann neun Tage lang die Südküste entlang zurück nach Sydney, wo wir über Weihnachten bleiben. Nicole hat uns zu ihrer Familie eingeladen, was süß ist, aber fünf Kinder involviert… Letztes Highlight ist zwei Wochen Tasmanien und dann am 10. Januar meine Abschiedsparty.

Ich glaub ich muss meine Mama anrufen.

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“Movember”

Montag, November 10th, 2008 | Author:

Hier ist übrigens gerade “Movember”. In diesem Monat lassen sich die Herren der Schöpfung einen Schnurrbart wachsen. Einem solchen Schnurrbartträger kann man dann Geld geben, welches der für wohltätige Zwecke weitergibt.

Das Ganze wird noch lustiger dadurch dass mein Mitbewohner Mo auch an der Aktion teilnimmt und wenn man ihn nach seinem Bart fragt immer nur die Schultern zuckt und sagt: “Movember.”

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Eläkelaiset

Samstag, November 01st, 2008 | Author:

Am Montag waren wir in der Sydney Opera. Ein beeindruckendes Gebäude, ein hässliches Gebäude. In den 70ern fand man die braunen Holzpanelen und das beige Glas super, genau wie die ganzen Rundungen und idiotischen Kanten überall. Die Oper ist schön wenn sie tagsüber weiss in der Sonne schimmert oder nachts von aussen bunt angestrahlt wird. Innen hat sie den Charme eines sehr beeindruckenden Einwohnermeldeamtes.

Aber ich habe das nicht zu laut gesagt, denn vielleicht ist es das gleiche wie mit der 80er Mode und wird plötzlich wieder modern. Am Anfang hat es mich gestört das Leute plötzlich anfingen Klmaotten zu tragen mit denen man fast berechtigterweise vor fünf Jahren noch auf offener Strasse gelyncht worden wäre. Aber es hat auch seinen Reiz das mittlerweile wieder fast alles erlaubt zu sein scheint und man sich, besonders in einer Stadt wie Sydney modisch völlig austoben kann. Mittlerweile finde ich es sogar fast nett dass man Flashdance gucken kann und das Gefühl hat es könnte heute spielen…aber ich schweife ab.

Im Konzertsaal des Opernhauses wurde vom Europa Galante Orchester Vivaldi, Die vier Jahreszeiten, gegeben. Die Instrumente waren Originalinstrumente aus Vivaldis Zeit. Die Australier waren so locker und entspannt drauf, dass sie nach jedem Satz anfingen zu klatschen. Die weltgewandte R. verdrehte kopfschüttelnd die Augen über so viel Banausität, und der restliche weltgewandte Teil des Publikums kommentierte den Applaus mit einem Zischen. Beim nächsten Mal verdrehte ich auch die Augen und zischte ein bisschen, ich meine, wer fängt denn auch bei jedem bisschen an zu klatschen. Es ist ja auch verständlich, es ist ja nicht wie beim Theater, wo man so lange improvisiert und innehält bis das Publikum sich abreagiert hat.

Im Vorraum wurden Hustenstopper verteilt, aber die befindet man erst für nötig wenn es zu spät ist und man in der trockenen Saalluft sitzt. Zwei Sitze neben mir saß ein junger Mann der die halbe Vorstellung mit hochrotem, verzerrtem Gesicht und ins groteske angeschwollenen Halsmuskeln verbrachte, die Hand vor den Mund gepresst. Das Orchester, das nur aus recht zarten Instrumenten bestand, hatte natürlich keine verstärkenden Massnahmen ergriffen. Das war auch nicht nötig bei der guten Akustik, die dafür jedoch auch jeden ungewollten Huster oder Räusperer durch den ganzen Saal schallen liess. Man verkniff sich also das Husten, was dazu führte dass immer dann wenn die Musik pausierte das halbe Publikum in hastiges Gehuste ausbrach, was die Pause ein wenig ihrer Bedeutung beraubte. Ich fand es unglaublich witzig. Ich musste ja auch nicht husten.

So musikalisch inspiriert habe ich dann darüber nachgedacht, dass ja Musik genau wie Geruch unvermittelt mit dem emotionalen Gedächtnis verbunden ist, und mich gefragt, welche Musik eigentlich meinen Aufenthalt hier prägen wird. Das Ergebnis ist eher skurril und derzufälligen Auswahl der funktionierenden Titel auf meinem Walkman-Telefon zu verdanken…

1. Das neue Album der Einstürzenden Neubauten -”Alles wieder offen”

2. Depeche Mode (die ich früher langweilig fand)

3. Devendra Benhart

4. Midnight Oil (grossartigste australische Band überhaupt, deren Sänger Peter Garrett trotz seines abgefahrenen Tanzstils jetzt berechtigterweise Umwelt- und Kultusminister ist. Bei ihrem Auftritt während der Olympischen Spiele in Sydney 2000 hat sich die gesamte Band das Wort “sorry” auf die Klamotten drucken lassen, eine Anspielung auf den damaligen Premierminister John Howard, der sich geweigert hat sich bei den Ureinwohnern Australiens für die Verbrechen der Einwanderer zu entschuldigen…)

5. Eläkelaiset (eine finnische Humppaband, die alle möglichen Songs in finnische Volks- und Sauflieder umwandelt – Eläkelaiset covern Run to the hills by Iron Maiden!)


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Litchfield Nationalpark

Freitag, Oktober 31st, 2008 | Author:

Wir waren froh dass wir drei Tage im Kakadu Nationalpark gewesen waren, und nicht die 2 Tage Kakadu/ein Tag Litchfield Tour genommen hatten. Litchfield Nationalpark bot zwar noch viel schönere Wasserfälle und Atraktionen, die näher beieinander lagen und für die man keine Wanderschuhe brauchte, war aber dafür auch umso touristischer. Unser erster Halt war für R. und mich fast eine Enttäuschung. Dieser Ort glich eher einem öffentlichen Freibad, halbnackte Touristen quetschten sich mit ihren wasserdichten Digitalkameras umeinander herum und es roch faulig. Selbst die wunderschönen großen schwarzen Fische, die sich in dem klaren Wasser tummelten konnten mich nicht aufheitern. Wir wurden aber dennoch entschädigt durch einen traumhaften, abgelegenen Pfad der sich durch den Wald schlängelte, und durch die Schönheit der anderen Orte, die zwar auch gut besucht waren aber nicht ganz so unangenehm. Das Highlight war ein Wasserfall, oder eher eine Wasserrutsche, die sich über 8 Becken ergoss, von denen einige so tief waren, dass man von Felsbrocken hineinspringen konnte. Das Wasser und die Steine bildeten an manchen Stellen natürliche Whirlpools oder kleine Becken in denen sich das Wasser staute und durch die Sonne erwärmt wurde. Es war quasi ein natürliches Aqualand! Ich gehörte zu den Mutigen, die sich von einem Baum aus in eines der Becken fallen liessen, schaffte es aber auch, mir den Finger an den scharfkantigen Steinen aufzureissen. Es war grossartig wie die kleinen Kinder herumzuplanschen, so war der Tag dennoch sehr gelungen! Am Schluss besuchten wir noch ein Termitenfeld, das aussah wie ein Friedhof. Termiten sind neben Ameisen mit die faszinierendsten Tiere die ich kenne…

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Kakadu 02

Freitag, Oktober 31st, 2008 | Author:

Unser Guide Jen weckte uns morgens um sechs, sie hatte schon eine Zigarette im Mund und sah nicht so aus als wäre sie jemals zu Bett gegangen. Es war bei unter 30 Grad noch angenehm kühl, und frischer Tau lag auf unseren Zelten. Nach einem knappen Frühstück saßen wir auch schon wieder im Jeep, auf dem Weg zum Jim Jim Creek. Diesmal ging es über einen richtigen 4 Wheel Drive Track, was sowas bedeutet wie: Halt dich gut fest, halt deinen Kopf von harten Gegenständen fern, klemm deine Beine unter den Sitz und versuch dich nicht zu erbrechen. Da wir alle jung und fit waren fuhr Jen wie ein Berserker. Dazu dröhnte, wie auch den ganzen Rest der Reise, Old School Rock aus den Lautsprechern. Es war grossartig! Insgesamt legten wir um die 20 km auf diesem Track zurück, was fast eine Stunde dauerte.

Am Jim Jim Creek fuhren wir mit einem Boot fuhren zwischen hohen Felsschluchten hindurch zu einem verborgenen kleinen Idyll mit grossen Steinen, Sandstrand, grünblau schimmerndem Wasser und einem fast ausgetrockneten Wasserfall. Es waren einige andere Touristen dort, was den Ort weniger abgelegen erscheinen liess als er tatsächlich ist. Ein bisschen weiter entfernt am Ufer lag eine Krokodilfalle, ein langer Drahtkäfig in dem sich ein Schweinebein befand. Jen erklärte uns dass die alte Geschichte, Krokodile würden kein frisches Fleisch mögen, nicht stimmt. Krokodile lieben frische Menschen! Sie kriegen nur keinen ganzen auf… Ein Krokodil ist nach einem Unterarm vollgefressen. Den Rest hebt es dann für schlechte Zeiten auf, bzw. um mit dem alten Fleisch frische Beute anzulocken.

Anschliessend fuhren wir über weiter 9 kilometer Schotterpiste (und wir reden hier von Motocross-tauglich) bis zu den Jim Jim Falls. Dieser Ort war nicht ganz so zugänglich wie die anderen, aber bei weitem der Schönste von allen. Zwar war es nur ein Kilometer, den wir zurück zu legen hatten, aber der dauerte über eine halbe Stunde, und es war brüllendheiss. Der sandige Pfad wandelte sich bald in steiniges Terrain um, das von Regenwald umgeben war. Hier und da flatterten Schmetterling, und es gab traumhafte Buchten. Die Steine wurden immer grösser, bis sie irgendwann so gross waren, dass man mit Händen und Füßen darüberklettern musste. Die letzten Steine waren riesige Felsblöcke, die schwarz und grau emporragten und in den unmöglichsten Winkeln herumlagen.

Endlich kamen wir an Ende der Schlucht, wo ein majestätisches Becken lag, tief, dunkel und klar. Von hinten war es von 200 Meter hohen Felswänden umgeben, vorne durch das Felsenmeer abgeschlossen und vom Rest der Welt verborgen. Die Steine waren brennendheiss unter unserem Füßen, das Wasser kühl und das Echo gewaltig. Jeder Laut hallte durch die ganze Schlucht, das Lachen eines Kindes, das Plätschern des Wassers. Wir schwammen bis zum hinteren Ende, wo sich in der Regenzeit ein rauschender Wasserfall in das nun stille Becken ergiesst. Jetzt konnte man am Ende auf einem kleinen Vorsprung im Schatten sitzen und winzige, wie Insekten oder Eiskristallen in der Sonne glitzernde Wassertropfen aus zweihundert Metern Höhe auf sich herabgaukeln sehen. Es war wunderschön! Es ging nicht anders, ich musste das Echo ausprobieren. Jen ermutigte mich, und ich sang in meinem besten Sopran eine klagende, ein bisschen gruselige Melodie. Durch das Echo hörte es sich an wie eine etwas kaputte Geige, oder ein Geist der jahrelang in einer Felsspalte gefangen war, und glücklicherweise waren meine unfreiwilligen Zuhörer äusserst erbaut und baten mich sogar um eine Zugabe.

Wir verbrachten den ganzen Nachmittag dort. Jen fand einen der giftigen Frösche am Ende des Wasserfalls, und sie zeigte uns allen das Gift das aus den Drüsen austrat. Danach brachte sie ihn um, was ein bisschen grausam, aber ökologisch gesehen wohl das Beste war. Jen zeigte uns in der Nähe, auf der anderen Seite der Schlucht als die auf der wir gewandert waren, eine Felshöhle. Mit Taschenlampen bewaffnet zwängten wir uns auf dem Boden kriechend durch ein winziges enges Loch in die stockdunkle Höhle, wo es weiter durch eine enge, steile, geröllige Felsspalte in eine zweite Höhle ging. Ich fühlte mich nicht gerade wohl, aber nur einer von uns bekam Platzangst und kroch nach dem ersten Loch wieder hinaus. Wir mussten leise sein, denn in der Höhle hingen überall Fledermäuse an der Decke, die wie kleine Schweinchen hin und her zuckten und die Nase rümpften wenn wir mit den Tachenlampen auf sie schienen. Der Weg hinaus war zum Glück einfacher und wir konnten uns noch einmal abkühlen bevor wir uns auf den anstrengenden Rückweg durch das Felsenmeer machten.

Sonnenuntergang gab es diesmal in der Nähe vom Campingplatz an einem kleinen Billabong. Vor einigen Jahren war hier ein Mädchen von einem Krokodil gefressen worden, weil ihr Reiseführer, der jetzt im Knast sitzt, gesagt hatte es wäre in Ordnung dort zu schwimmen. Er dachte es sei in Ordnung weil die Aboriginals dort auch ins Wasser gehen. Die wissen allerdings was sie tun und haben seit Jahrtausenden mit Krokodilen gelebt, und sie würden nie auf die dämliche Idee kommen nachts schwimmen zu gehen. Abends am Lagerefeuer durften wir alle mal das Didgeridoo besabbern. Eigentlich darf es von Frauen nicht gespielt werden, aber weisse Frauen kommen damit durch.

Am dritten Tag gab es morgens ein kleines Kulturcamp, wo wir von den ansässigen Aboriginals ein paar Dinge erklärt bekamen, ein bisschen Speerwerfen ausprobieren durften und Didgeridoo spielen konnten. Besonders informativ war es ehrlich gesagt nicht, eher ein bisschen oberflächlich, aber ich hatte Gefallen am Didgeridoo-spielen gefunden…

Danach ging es zum Ubirr Rock, eine der bedeutendsten Stellen der Welt was Felsmalerei angeht. Hier wurde übrigens auch ein Teil von Crocodil Dundee gedreht, nämlich der wo der Held die Dame auf einen Felsen führt von dem aus er ihr wo der Ort ist an dem ihn das Krokodil gebissen hatte… (siehe das Foto mit Jen). Als R. und ich uns anschliessend den Film nochmal ansahen erkannten wir jeden Stein sofort wieder. Danach machten wir uns auch schon wieder auf den stundenlangen Rückweg. Kurz vor Darwin machten wir noch einen Stop bei einem Laden der einem Freund von Jen gehört. Dort konnte man Aboriginal-Kunst kaufen, die Schlange knuddeln oder draussen dem Emu und dem Wildschwein zugucken. Als ich auf die Toilette wollte entdeckte ich in der Kloschüssel einen süßen, laubgrünen Frosch, der sich hier einen kühlen Rückzugsort gesucht hatte. Ich verkniff es mir dann die letzte halbe Stunde noch. Besetzt ist besetzt, und er war schliesslich zuerst dagewesen.

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You are so good but so smelly

Sonntag, Oktober 26th, 2008 | Author:

Ich erwähnte vor einiger Zeit dass wir ein kleines Geruchsproblem mit unserem hartarbeitenden, schwulen Single-Mitbewohner haben. Das Problem ist einfach zu umreissen: Er wäscht weder seine Klamotten regelmässig noch seine Bettwäsche überhaupt, putzt kaum seine Zähne und wir haben (aufgrund intensiver Beobachtung) die grauenhafte Vermutung dass er sich nicht duscht, und damit meine ich GAR NICHT. Er scheint sich ab und zu zu waschen, aber die Dusche ist weder morgens nass, noch besitzt er ein Duschgel, noch wurde jemals irgendjemand Zeuge von Duschgeräuschen während er sich im Bad aufhält, ein gewisser Körpergeruch unterstützt diese Vermutung. Dazu kommt dass er am Wochenende dank vieler Drogen stundenlang tanzt und feiert, was die Sache nicht besser macht. Jeder normale Mensch würde nach einer solchen Nacht eine Stunde lang mit Genuß duschen. Er nicht.

Jetzt ist es so dass dieser junge Mann einen äusserst gutbezahlten, anspruchsvollen Job hat, in dem er anscheinend auch sehr gut ist. Das ist kein Wunder, denn er ist ein unglaublich intelligenter und netter Mensch, der von uns allen sehr geschätzt wird. Leider bügelt er seine dreckigen Hemden auf Moes heissgeliebtem Bügelbrett, und der Geruch der aus seinem Zimmer dringt und das ganze Haus verseucht lässt nicht sehr gut ignorieren.

Nachdem wir mehrere spontane Hauszusammenkünfte ohne ihn hatten, bei denen wir uns gegenseitig unser Leid klagten, gab es letztes Wochenende eine ernsthafte Krisensitzung. Irgendjemand muss es ihm sagen. Alle zusammen? Einer allein? Wie, ohne ihn zu verletzten oder in den Rückzug zu treiben? Vielleicht in Liedform vorgetragen? Ein nettes Gedicht auf dem Kopfkissen? Ein persönliches Interventionsgespräch? Und wer, Ich und Nicole, mit denen er sich gut versteht? Moe, der sachlich, klar und bestimmt ist? Helen, die das sanfteste, menschenfreundlichste und kompetenteste Geschöpf der Welt ist?
Nach zwei Stunden Diskussion wurde beschlossen dass Helen auf eine passende Gelegenheit für ein kleines Interventionsgespräch warten sollte. Doch die Woche verging ohne dass sich etwas ergab. Jetzt ist Nicole an der Reihe… Als angehende Event-Managerin hat sie sich zielstrebig eine Deadline bis Mittwoch gesetzt, und schleicht schon den ganzen Tag um ihn herum… Man darf gespannt sein.

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Jingle Bells

Dienstag, Oktober 21st, 2008 | Author:

Es weihnachtet sehr. Die erste Werbung habe ich im September gesehen, aber es wieder vergessen. Jetzt gibt es seit Anfang Oktober Weihnachtsgebäck und -kuchen überall, Dekoration und Geschenke, während es draußen immer heisser wird. Und es sind noch zwei Monate bis Weihnachten! Ein bisschen abartig ist das schon.

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Kakadu 01

Donnerstag, Oktober 16th, 2008 | Author:

Also das ist erst der erste Tag von Dreien und es ist schon ein ziemlich langer Eintrag, ich hoffe also euer Interesse nicht überzustrapazieren. Dafuer gibt es Fotos!

Aaaaalso.

Sonntag, 29.09., wir rufen bei Wilderness Adventures an um unsere Tour bestätigen zu lassen. “Gut dass ihr anruft!” sagt die Frau am anderen Ende. Die von uns gebuchte Tour – 2 Tage Kakadu Nationalpark + 1 Tag Litchfield Nationalpark – wollte nämlich aus irgendeinem dubiosen Grund niemand ausser uns machen, wir koennten aber zum selben Preis an der teureren 3 Tage Kakadu-Tour teilnehmen.

R. und mir ist als gewieften Marketing-Studentinnen die wachsende Bedeutsamkeit von Kundenzufriedenheit fuer erfolgreiche Unternehmen nicht unbekannt, also gehen wir persönlich bei der Rezeption vorbei (die praktischerweise genau gegenüber unserem Hostel lag) und gucken ein bisschen unzufrieden. Daraufhin bekommen wir von der netten “Dame” nicht nur unsere Campinggebuehren und Schlafsackleihgebuehren erlassen, sondern auch noch eine 90$-Litchfield Tagestour fuer 60$ obendrauf, womit wir insgesamt fuer den Preis von einer ollen Tour zwei tolle Touren bekommen. Unnetterweise sagt sie uns allerdings die falsche Zeit, so dass wir am naechsten Morgen von unserem Tourguide, einem weiblichen Crocodil Dundee, unsanft von unserem Fruehstueck entfernt werden und um halb sieben mit ungeputzten Zaehnen und vollem Darm bei angenehmen 28 Grad in den Jeep steigen.

Nach einer Stunde Fahrt, in denen sich die neun Mitreisenden verstohlen beaeugen und die ueblichen Fragen nach woher und wohin und wieso und ueberhaupt stellen, biegen wir auf einen roten Sand- und Schotterweg ab. “Wallabees everywhere!” kuendigt unser Guide Jen an. Wallabees sehen aus wie Baby-Kaenguruhs. Rauh und etwas melancholisch entschuldigt sie sich auch schon mal dafuer falls sie eins platt faehrt, denn der Sand ist sehr rutschig und bremsen oder ausweichen zu gefährlich. Alle sehen Wallabees, nur ich bin blind. Der Weg fuehrt uns zu unserem ersten Halt, dem Corroborree Billabong. Hier sieht es endlich mal richtig ‘australisch aus’, wie in Crocodil Dundee. Auf einem Parkplatz stehen verstaubte Jeeps und Tonnen, drumherum nur Wildnis. Ein braungebrannter, gemuetlicher Typ namens Ted schifft uns mit ein paar anderen Touris auf ein Boot und warnt uns unsere Arme und Koepfe und sonstigen Koerperteile im Boot zu lassen.

Ploetzlich sichten wir ein riesiges Tier, das aussieht wie ein Minisaurier. (Sorry Leute, ich hab echt keine Ahnung von Reptilien, aber es gibt ein Foto). Jen und Ted sind voellig aus dem Haeuschen, seit zwei Jahren haben sie keines mehr gesehen. Vor einigen Jahren wurde naemlich eine Froschart hier eingefuehrt die irgendeine laestige Insektenart plattmachen sollte. Leider produzieren diese aeusserst reproduktiven Froesche ein Gift, das auch fuer grosse Tiere toedlich ist und schon alle moeglichen liebenswerten Tierarten hier ausgerottet hat.

Kaum dass wir abgelegt haben sichten wir schon das erste Krokodil, das faul auf einer Sandbank herumliegt und nicht so richtig gefaehrlich aussieht. Auf eine Demonstration verzichte ich natuerlich gerne. Wir sehen nochmehr Krokodile die um uns herumschwimmen und darauf warten dass der italienische Skilehrer weiterhin versucht R. und mich zu beeindrucken und seinen knackigen Arm noch ein bisschen weiter rausstreckt. Ted erklaert uns die ganzen Vogel- und Tierarten, und es gibt tatsaechlich unglaublich viele seltsame und wunderschoene Voegel hier, grosse Adler die Nester von 5 Metern Durchmesser bauen, kleine Voegel mit grossen Fuessen die ueber die Blaetter der Seerosen und Wasserlilien laufen, eine riesige Voegelin die ihre schwarzglaenzenden Fluegel in der Sonne trocknen laesst. Endlich sehe ich auch ein kleines Wallabee am Ufer sitzen. Dann fahren wir in einen gruenen Blaetterwald gespickt mit rosanen Lilien der ueber unser Boot hinauswaechst. Es ist wunderschoen.

Nach der Bootstour geht es direkt weiter. Anderthalb Stunden sitzen wir im Jeep, draussen ist es um die 39 Grad. Die Wege werden immer rumpeliger und immer staubiger und unsere Sachen werden von einer feinen Schicht roten Staubs bedeckt. Am Wegesrand haben Termiten meterhohe Kathedralen gebaut, überall ragen ihre Türme in die Luft, manche sind bis zu fünf Metern hoch. Schliesslich kommen wir an einen breiten Fluss, den South Alligator River. Er fliesst flach ueber Steine und glitzert verfuehrerisch in der brennenden Mittagssonne. Jen steuert den Jeep direkt in den Fluss hinein und wir rumpeln samt Anhaenger durch die tiefe Furt auf die andere Seite, wo wir im Schatten eines maechtigen, knorrigen Baumes eine Lunchpause machen. Jen, die drei Jahre lang mit Krokodilen gearbeitet hat, warnt uns. Mindestens zweieinhalb Meter Abstand vom Wasser halten. Erst letzte Woche hat genau hier ein 5 Meter langes Krokodil gelegen. Also Sandwiches und kein Wasser fuer uns und Wasser aber kein Mittagessen fuer die Krokodile.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt und ein paar Hundert Metern auf einem Steg durch Sumpf und Dschungel mit etlichen Krokodilwarnschildern kommen wir an einen gruenblauen, klaren See, von schwarzen Felswaenden umgeben und mit einem kleinen Wasserfall am Ende. Hier, in Maguk Falls, duerfen wir endlich schwimmen, so lange, bis mir tatsaechlich ein bisschen kalt ist. Wir treffen andere Touren, die hier auch Halt machen, auch wenn Jen versucht ihnen aus dem Weg zu gehen. Sie begruesst die anderen Guides wie andere Leute sich auf dem Campus oder beim Einkaufen begruessen. Allerdings ist es ihre letzte Tour, und so geben die meisten ihr noch gute Wuensche auf den Weg. Sie wird mit ihrem Mann, den sie wegen des Jobs (er hat den gleichen) teilweise monatelang nicht sieht, Island und den europaeischen Kontinent bereisen. Eine grosse Stadt hat sie noch nie wirklich gesehen, sie hat ihr Leben lang in Afrika, Asien und Australien mit Tieren gearbeitet.

Unser letzter Stop an diesem Tag ist Nourlangie Rock. Die Sonne schwebt gleissend ueber dem Horizont. Wir steigen hoch bis zum Aussichtspunkt, doch Jen fuehrt uns weiter durch Gebuesch und Gestein. Unter einem Steinhang zeigt sie uns ueber 50.000 Jahre alte Salzwassermalereien von Aboriginals. Der Felsen ist ueber 2,5 Billionen Jahre alt, das sind 2/3 der gesamten Existenz der Erde. Ein Zeitraum der fuer Menschen (ausser wahrscheinlich meinen alten Freund Daniel ;-) ) kaum begreiflich ist. Auf der Spitze angekommen duerfen wir uns endlich umschauen. Um uns herum Nichts. Unendliche Weiten, hunderte von Kilometern von Wald und Steppe. In weiter Ferne die Felsen des Arnhem-Land Escarpements. Jenseits davon duerfen Weisse nicht hin. Von hier aus sieht man kein Anzeichen fuer Zivilisation, wir sind mitten im Nirgendwo. Irgendwo steigt eine weisse Rauchwolke von einem Buschfeuer auf. Dieser Ort zieht einen mit Gewalt in seinen Bann.

Die Sonne sinkt schnell, blutrot und wunderschoen. Jen erzaehlt uns von der Entstehung des Nourlangie Rock in den Geschichten der Aboriginals. In der Traumzeit, der Entstehungszeit der Welt, wanderten zwei Wallabees, ein Maennchen und ein Weibchen, hier entlang. Sie ruhten an diesem Ort, und das Maennchen verwandelte sich in Stein. An der Stelle wo das Weibchen lag, dort, am Fusse des Berges, sieht man nun einen kleinen Billabong (See).

Sobald der letzte Zipfel der Sonnenscheibe verschwunden ist machen wir uns auf den Weg nach unten, schnell und zielstrebig. Im Dunkeln hier festzusitzen ist nicht besonders wuenschenswert. Zu unserem Camp sind es nur noch zwanzig Minuten durch die Dunkelheit. Wir bauen ein paar Zelte auf, Jen kocht Hackfleisch und Gemuese fuer Boritos ueber dem Feuer und wir geniessen erstaunlich saubere und luxurioese Duschen. Der Sternenhimmel erschlaegt uns fast, R. und ich lassen das Ueberdach von unserem Zelt weg und schlafen mehr oder weniger fest im Sternenschein und unter dem Geraschel und Gezirpe des Buschs ein.

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Abdäit

Dienstag, Oktober 14th, 2008 | Author:

Ein kurzes Abdäit an dieser Stelle:

Carnival of Electric Illusions 02 gibt es nicht, weil es dazu nicht erwähnenswert genug ist. Das einzig erwähnenswerte war meine Frisur, von der es an dieser Stelle aber ein Foto gibt:

Es war eher ein Fashion-Event, es liefen allerdings einige gute Stücke. Leider hatten die anwesenden Fashion-Opfer wohl ausversehen Opium statt Koks konsumiert und die ganze Party blieb etwas dröge, was aber auch daran gelegen haben kann dass das Ganze im Keller des Gaff stattfand, einem poulären Touri- und Studentenladen mit grässlicher Musik und hirntotem Publikum, durch dass man sich als starkbeäugtes Individuum erst auf unangenehmste Weise durchkämpfen musste…

Dafuer habe ich einen durchaus interessanten, musisch talentierten Jungen kennengelernt, der fünf Jahre die Welt bereist hat, in der selben Zeit sein Wirtschaftstudium als Fernstudiengang gemacht hat, einen unglaublich reichen Papi mit zwölf Firmen hat, eine leider verstorbene Mutti und schon eine Krebsbehandlung. Ich habe ihm ziemlich offen gesagt dass ich ihn fuer einen kleinen Patrick Bateman halte und er fand es witzig.

Leider- oder Gottseidank- habe ich schon einen Freund, weswegen ich sein Angebot mich anzurufen ablehnen musste. Es ist schon nett, sich von einem reichen Jungen ein Bier ausgeben zu lassen, aber wenn man schon einen gutaussehenden, bereisten, intelligenten, kulturell gebildeten, musisch, technisch UND handwerklich begabten, feinfuehligen Freund mit 1A Musikgeschmack, Humor und sehenswerten Kochkünsten hat, der dazu noch Tierlaute nachahmen kann dass es einen ganzen Zoo spontan in die Brunftzeit versetzen könnte – ja wenn man das hat und noch viel mehr, muss man glaub ich nicht weitergucken, denn reich kann ja jeder sein.

Jetzt aber weiter im Text: Ich habe meine Prösentation und meinen Essay fertig, und muss jetzt nur noch endlos viel zeichnen und meine Filmgruppe dazu bringen den Film fertigzuschneiden. Ich habe beschlossen mich aus der Verantwortung zu ziehen, denn das kann ich nicht gut und muss ich noch lernen… :-)

Ich habe einen höllischen Muskelkater vom Capoeira, weil ich zwei Wochen nicht da war, ich habe eine rote Schabe gesehen, habe endlich Lampenöl für meine Pois gefunden, habe zwei Tage Sonnenschein beim Essayschreiben und heute einen Tag Aachener Regen gehabt, kriege gleich von Helen Lammbraten zum Abendessen und warte immer noch darauf dass jemand unserem Mitbewohner Ross sagt dass er mal seine Laken und seine Klamotten waschen muss damit das Haus aufhört zu stinken. Moe beschwert sich immer das Ross seine dreckigen Hemden auf seinem Bügelbrett bügelt und der Gestank darin einzieht. Moe ist aber auch extrem zivilisiert. Er war äusserst schockiert von der Tatsache, dass ich ein Messer besitze. Selbst die Tatsache, dass es ein Outdoormesser zum Schnitzen und Apfelschneiden ist, kann ihn nicht beruhigen..

Ich habe es trotz sehr intensiver und genauso vergeblicher Versuche nicht geschafft ein ordentliches Gallerieplugin zu installieren, weswegen mein Reisebericht von Darwin wahrscheinlich mit abgespeckten, manuell hochgeladenen Fotos irgendwann in den nächsten Tagen online sein wird.

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