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Ruhrpott-Blues

Dienstag, August 04th, 2009 | Author:

God-City liegt im Ruhrpott. Ich dachte immer der typische Ballermann6-Gartenzwerg-Dackel-Ruhrpöttler wäre nur ein Klischee… aber da habe ich mich wohl ein wenig getäuscht. Immerhin kann man sagen, dass selbst der hinterletzte ranzige Vermieter nicht müde wurde, die kulturellen Vorzüge der Stadt zu preisen, in der wir jetzt auch – allerdings bei einem netten Vermieter – eine Wohnung haben. Und was für eine! 80 Quadratmeter für 560 Euro warm, der allgemeine Mietspiegel in God-City und die vielen leerstehenden Wohnungen zeigen, was für ein beliebtes und belebtes Pflaster das hier ist ;-) … Nun gut, in der Wohnung hat vorher ein Junkie gewohnt und sie ist ziemlich renovierungsbedürftig, aber die alten Dielenböden, die Riesenküche und der offene Kamin versprechen einen lohnenswerten Einsatz.

Wenn man zum ersten Mal mit jemandem zusammenzieht hat man ja schon etwas Muffensausen, besonders wenn es in eine neue Stadt geht. Man unterschreibt zusammen den Vertrag, plant entsprechende Anschaffungen und verändert sein ganzes Leben. Man kennt nur einen einzigen Menschen in der ganzen Stadt, und mit dem muss man alles teilen. Man hat kein eigenes Bett mehr, kein eigenes Bad, keine eigene Küche und selbst sein Bücherregal muss man teilen. Aber teilen kann ja auch schön sein. Nur – ob man sich nicht nach zwei Monaten so dermaßen auf den Sack geht, dass man am liebsten wieder ausziehen würde, das weiss man vorher leider nicht. Aber ich bin guter Hoffnung.

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wohnungssuche

Freitag, Juli 31st, 2009 | Author:

Ich hasse Wohnungssuche. Es ist der Horror, denn es spiegelt meine völlige Unfähigkeit wieder, mich mit halbgaren Situationen abzufinden, deren Auskommen von massivem persönlichen Einsatz und absolutem Zufall abhängig ist. Ich träume in Straßenzügen und Grundrissen, und wenn ich morgens aufwache merke ich bereits, wie mein Hirn irgendwelche Nettokaltmieten vergleicht und mit der möglichen Qualität unbekannter Fußbodenbeläge abgleicht.

Was allerdings nett ist, ist sich eine vielversprechende Wohnung anzuschauen und einen guten Eindruck zu machen. Für den guten Eindruck ist vielerlei wichtig. Um das nette, ruhige, solvente junge Paar rauszukehren muss man sich zum Ersten natürlich nett anziehen: schick, solide und ein ganz klein wenig bieder… Aber letzten Endes sind es die Kleinigkeiten die den Eindruck ausmachen. Menschen neigen dazu, scheinbar irrelevante Details als Hinweise auf die Persönlichkeit zu nehmen. Studien belegen, dass geschminkte Frauen zum Beispiel eher als wohlhabend eingestuft werden als ungeschminkte Frauen und auch Schuhe extrem als Persönlichkeitsmerkmal angesehen werden. Aber wirklich überzeugen kann man nur mit Liebe zum Detail. Unseren Sinn für Recht und Ordnung kommunizieren wir indem wir immer mit einer ordentlich ausgedruckten Liste auftauchen, die alle Daten feinsäuberlich angibt. Um Solvenz zu signalisieren geht allerdings nichts über einen ordentlichen, stilvollen Kuli, der möglichst schwer und teuer aussieht. Eindruck schinden kann man auch, wenn man die Tatsache erwähnt dass man beim Fernsehen arbeitet und einen Doktortitel anstrebt.

Leider hilft das alles nichts wenn man nicht tatsächlich eine Wohnung findet die man haben will, und dann auch noch das Riesenschwein hat sie wirklich zu bekommen.

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Ferien auf dem Land

Donnerstag, Juli 16th, 2009 | Author:

Anlässlich meiner Ferien habe ich mal meine Verwandtschaft auf dem Lande besucht. Praktischerweise wohnen Schwester, Mutter, Stiefvater, Onkel, Tanten und Grosseltern alle im Umkreis von zwei Kilometern.

Die ländlichen Umstände tragen insbesondere deswegen zum Wohlbefinden bei, weil sie sich so hervorragend zur Leibesertüchtigung eignen: Vor dem Grossvater flüchten, der mein Gesichtspiercing gern mit einem Seitenschneider entfernen würde, eine Stunde zu Fuß in den nächsten Ort zum Geldautomaten oder mit dem Hightech-Mountainbike meiner Schwester mit 40 km/h über hügelige Waldwege brettern.

Abends vor dem Fernseher – den ich zu Hause nicht besitze – durfte ich dann feststellen, dass man statt mühseligem Krimilesen auch einfach CSI  o. Ä. gucken kann. Leider ist der Effekt nicht ganz so tiefschürfend wie bei Büchern, die Spannung nicht so ausgereift und nervenaufreibend und die romantischen Stellen etwas oberflächlicher. Dafür bekommt man einen Fall in einer Stunde durch und muss keine ganze Nacht durchlesen bis man endlich weiss wer der Bösewicht ist.

Ich beschwere mich ja nur ungern schriftlich, besonders öffentlich, aber falls ich meinen Magenbeschwerden bald tödlich erliege, sollten die Leser dieses Blogs wenigstens wissen, warum ich nichts mehr schreibe. Seit meinem Türkeiurlaub plagen mich fürchterlichste Beschwerden, die den Verzehr von süßen, scharfen, blähenden, milch- oder fetthaltigen sowie in irgendeiner Form reizenden Sachen unmöglich machen. Richtig, ich ernähre mich von Zwieback und gedünstetem Gemüse – ohne Pfeffer und Knoblauch. Schande. Die schlimmste Plage aber ist, dass mich unsäglich verlockende Vorstellungen von Pommes, Woppern, Himbeertorte, Pasta mit Knoblauch-Sahnesauce, thailändischem Gebratenen und Käseaufläufen in den Wahnsinn treiben. Das wurde noch dadurch verschlimmert, dass die Wohnung meiner Schwester von Rezepten, Kochbüchern, Weinführern und Gewürzlexika nur so überquillt. Wenn man nachts vor Bauchschmerzen nicht schlafen kann, bleibt einem nichts anderes übrig, als mundwässernde Rezepte zu stöbern um sich wieder in den Schlaf zu lullen.

Ich glaube das rechtfertigt einen Arztbesuch. Entweder die Magenschmerzen müssen weg oder mein monstermäßiger Appetit. Mein Stiefvater mutmaßte schon dass ich an einem Bandwurm litte. Offensichtlich ist der Bandwurm ein ausgewiesener Freund von Walnusseis und Schokocrossies und versucht mich mit allen Mitteln zu bezwingen. Ich weiss nicht, wie lange ich es noch aushalte…

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Krimiferien

Dienstag, Juli 07th, 2009 | Author:

Ich habe Ferien – Überraschend, überrumpelnd, unverdaut. Es dauerte mehrere Tage und zwei Wochen um das Gefühl der Nutzlosigkeit und Orientierungslosigkeit zu überwinden. Dann habe ich die alte Bücherkiste mit Krimis und Thrillern entdeckt die noch in meinem Keller stand. Jetzt hat mein Leben wieder einen Sinn, und meine Zeit wird gefüllt mit Geschichten in denen Killer andere Killer jagen, Menschen verschwinden, Waffen gekauft und Tatortspuren gelesen werden. Köstliche Unterhaltungsschmöker, Pageturner. Für ein Buch brauche ich je nach Dicke ungefähr zwei bis drei Tage.

Das Interessanteste an solchen Büchern ist meiner Meinung nach die Disziplin, die Zielgerichtetheit mit der die Charaktere ans Werk gehen. Bis ins penibelste Detail wird beschrieben wie der Held oder der Killer seinen Körper und Geist bis zur Erschöpfung schult und trainiert, mit Waffenübungen, Workouts und nächtlichen Waldläufen. Selbst auf der Flucht oder Jagd im billigen Motel macht er oder sie Sit-ups und Liegestützen, lauscht auf jedes Geräusch und verfolgt präzise, routinierte Abläufe die jeden Fehler verhindern sollen. Tiefenpsychologisch wird jedes mögliche Verhalten des Gegners ausgelotet und ausgeklügelte Gegenangriffe geplant.

Es ist wunderbar. Und so motivierend. Wenn man aufhört zu lesen ist man so erfüllt von diesem gestählten, zielorientierten Willen, dass man erst mal ein Workout und einen Waldlauf machen muss. Ja, denkt man, mit nur ein bisschen mehr Disziplin und Training kann man all diese Fähigkeiten auch erlangen, und in Gedanken fühlt man schon alle möglichen spannenden Bedrohungen an sich abgleiten, weil man bereit ist, athletisch, wachsam und gestählt.

Man fängt allerdings auch an ein bisschen paranoid zu werden. Fingerabdrücke vom Kühlschrankgriff zu wischen. Nur für den Fall. Haare aus dem Wannensieb zu entfernen. Nicht wegen der Hygiene, sondern um DNA-Spuren zu vermeiden. Den fremden Jogger im Wald von einem Gebüsch aus ungesehen beobachten, jeder Muskel gespannt und bereit zum Nahkampf. Beim Fahren auf verfolgende Autos zu achten oder andere Autos unauffällig zu verfolgen bis man feststellt, dass man an der Abfahrt zum Supermarkt vorbeigefahren ist. Ja, das Leben wird ein wenig surreal wenn man zu viele Krimis liest. Aber auch einen kleinen Deut spannender…

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Meister, Meister

Montag, Juni 15th, 2009 | Author:

Gestern war ich auf einer Feier unserer Fakultät. Dadurch, dass ich in einer anderen Stadt als meiner Studienstadt wohne, ist mein Kontakt zu Kommilitonen eher begrenzt. Auf so einer Feier jedoch läuft man ständig Mitstudenten über den Weg die man kennt, mit denen einen elementare Sorgen, Probleme und Gegebenheiten des Alltags verbindet, und mit denen man dann tiefsinnigen Small-talk betreibt.

“Ach hallo! Lang nicht mehr gesehen! Und, wie läuft deine Bachelorthese?”

Die Antwort darf zwischen “gut!”, “läuft”, und “geht so” ausfallen, übereifrige Gelingensbekunden sollte man aus Rücksicht auf die Probleme anderer unterlassen, und das Gegenteil erweckt einen schlechten Eindruck.

Und dann kommt unumwunden die böse Frage, die die wenigsten gestellt bekommen möchten, aber die jeder unbedingt vom anderen bewantwortet haben möchte, und die unheilschwanger im Raum steht.

“Und, was machst du danach? Master? Was denn?”

Man will wissen, ob die anderen sich genauso mit Entscheidung, Zeitdruck und Bewerbungsstress rumschlagen, mit Zukunftsplänen und Sicherheitsbedenken, mit Berufsaussichten und Nichtwissen was man will. Man will wissen, welche Wege eingeschlagen werden, welche Möglichkeiten es gibt und ob man mit seinen Plänen noch halbwegs vernünftig dasteht.

Und plötzlich höre ich mich Dinge sagen, die ich bisher höchstens angedacht hatte. Hier muss ich ja nicht lang und breit erklären, worum es geht, man versteht die Schwierigkeiten und weiss was wichtig ist.Hier muss ich immer wieder erzählen, zusammenfassen, Schlüsse ziehen und plötzlich scheint alles ganz klar, und ich höre mir selbst zu und denke: “Hm. Hört sich vernünftig an.”

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Latente Hyperthyrose

Donnerstag, April 30th, 2009 | Author:

Nachdem ich mich tagelang fürchterlich darüber aufgeregt hatte wie andere Leute sich jeden Tag mit Fleisch und Kroketten vollstopfen und 200 Zigaretten in der Woche rauchen können ohne dass es ihnen sichtlich schlechter geht als mir, bin ich mal zum Arzt gegangen. Und TADA! meine Blutwerte bestätigen meinen gesunden Lebenswandel:

“Eisen, Elektrolyte blabla… super! Cholesterin… perfekt! Leberwerte sind auch toll! Rote und Weisse Blutkörperchen… grandios. Also Frau S., ihre Blutwerte könnten nicht besser sein. Allerdings … weisen ihre Hormonwerte auf eine latente Hyperthyrose hin…also eine Schilddrüsenunterfunktion.”

:-) Lassen wir Funny van Dannen zu Wort kommen:

“Ich saß oft in der Schule und fühlte mich völlig schlapp.
Und weil ich selbst nicht denken konnte schrieb ich eben ab.
Ich war immer so antriebsschwach, als kleiner Junge schon.
Heute weiß ich endlich den Grund: Schilddrüsenunterfunktion.

Schilddrüsenunterfunktion
Schilddrüsenunterfunktion
Schilddrüsenunterfunktion

Wenn wir Fußball spielten, musste ich immer ins Tor.
Und meistens war es so, dass meine Mannschaft verlor.
Und soll ich euch mal was sagen? Es war mir scheißegal.
Denn bei Schilddrüsenunterfunktion ist das total normal.

Ich ging in den Musikverein: Ich lernte Klarinette.
Doch nicht so lange wie mein Lehrer das gern gesehen hätte.
Ich machte auch kein Abitur. Ich war kein guter Sohn.
Jetzt wissen wir alle warum: Schilddrüsenunterfunktion.

Schilddrüsenunterfunktion
Schilddrüsenunterfunktion
Schilddrüsenunterfunktion

Dann kam die Zeit da hat mich Jesus inspiriert.
Franz von Asisi hat mich zu Lyrik inspiriert.
Ich floh vor dem Alltag in die Welt der Religion.
Ich fühlte Gott in mir, doch es war Schilddrüsenunterfunktion.

Ich kam mit der ganzen Gesellschaft nicht klar, ich fand sie ungerecht.
Ich war für Sozialismus, Anarchie fand ich auch nicht schlecht.
Ich hatte sogar Sympathien für Umsturz und Revolution.
Und was war es wirklich? Schilddrüsenunterfunktion.

Ich habe geheiratet: Eine sensible Brünette
mit einer tollen Aura. Sie hieß Ulrike-Anette.
Wir durchquerten das Universum mit Tarot und Meditation.
Ich hielt es für Liebe, doch es war Schilddrüsenunterfunktion.

Schilddrüsenunterfunktion
Schilddrüsenunterfunktion
Schilddrüsenunterfunktion

Alles war so mühsam. Ich fühlte mich oft so leer.
Nichts ging ohne Probleme. Alles fiel mir so schwer.
Sogar der Sex: Kaum war ich drin, da kam ich auch schon.
Jetzt weiß ich warum: Schilddrüsenunterfunktion.

Und immer die Unzufriedenheit, schlechte Laune, Schmerzen:
Magendrücken, Leistengegend, sogar am Herzen.
Ich dachte an Rinderwahnsinn, an Ganzjahresdepression.
Doch die Blutwerte zeigten: Schilddrüsenunterfunktion.

Jetzt hab ich Tabletten, die nehm ich morgens ein:
Bald werde ich so normal wie alle anderen sein.
Dann schreib ich endlich einen Roman den Titel hab ich schon.
Doch ich verrate ihn nicht: …

…”

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Stille

Mittwoch, April 01st, 2009 | Author:

Stille. In meinem Kopf und ausserhalb, von innen herauskommend. Es kommt nix rein und es kommt nix raus. Zumindest nicht in Form von Sprache. Der Grund ist zwiefältig. Zum einen liege ich gesundheitsmässig auf Knien, im Würgegriff von Hustenkrämpfen und Heiserkeit die jedes Wort zur Qual macht und meine Stimme zu der eines unglücklichen Ministranten im Stimmbruch. Also schweige ich. Auch, um schlimmere Folgen, die mich um meine Gesangkarriere bringen könnten, zu vermeiden.

Des Zweiten hänge ich studienmässig in der Luft, rein körperlich über den Computer gebeugt und geistig sowieso. Meine Materialsammlung ist ein riesiger Turm, der in die Lüfte ragt, und ich sitze obendrauf, in der Luft hängend sozusagen, und versuche ein sinnvolles Gesamtbild aus etwas zu stricken was ich nicht mal überblicken kann.

Nun versuche ich die Methode, einfach zu schreiben, egal was dabei rauskommt, aber auch das funktioniert nicht so richtig, denn wo fängt man an, und was soll man schreiben? Es dreht sich im Kreise, in die Tastatur husten habe ich schon versucht, es hilft nicht. Schweigen.

Nein danke, auf gute Ratschläge verzichte ich lieber und lege mich für heute ins Bett.

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Müsli

Mittwoch, März 18th, 2009 | Author:

Ich habe gute Laune. Das passiert morgens manchmal. Vielleicht liegt es daran, dass ich mein Müsli aufgegessen habe…

Seit über sechs Jahren arbeite ich gelegentlich für eine Firma, die Gerichtssendungen für das Boulevardfernsehen produziert. Ich bin “Standby”. Meine Aufgabe ist es, mehrere Rollen zu lernen und im Notfall einzuspringen falls derjenige, der die Rolle spielen soll, sich plötzlich ein Bein bricht, nicht kommt, ohnmächtig wird oder sonstwie versagt. Dazu fahre ich ins Studio, sitze mit anderen Standbys den ganzen Tag herum, kriege Geld und je nach Fortüne leckeres bis völlig miserables Essen. Da man natürlich wissen will wie sich derjenige, den man im Notfall ersetzen soll, denn gerade anstellt, zieht man sich auf dem vorhandenen Übertragungsfernseher alle Sendungen rein die gerade gedreht werden.

Da sieht man nicht nur, was die Anwälte – die übrigens echte Anwälte sind – manchmal reden wenn Drehpause ist, sondern man bekommt auch andere lustige Dinge mit. Es gibt zum Beispiel eine gewisse künstlerische Freiheit in der genauen Wortwahl bei der Interpretation der Rollen, und so durfte ich eines Tages Zeuge werden wie ein kleiner, dicker “Zuhälter”, der zwar Dreck am Stecken hatte, aber in diesem Fall zu Unrecht beschuldigt war, dem völlig konsternierten Juristen an den Kopf warf: “Wenn Sie misch linken wollen, Herr Staatsanwalt, dann müssen’se morjens Ihr Müsli aufessen!”

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Stresstypen

Samstag, Februar 21st, 2009 | Author:

Vorgestern habe ich mich über Stresstypen aufklären lassen. Es gibt Typ A, Typ B und Typ C.

Typ A ist der Adrenalin-Typ, der, wenn er Stressoren hat, zum HB-Männchen wird und völlig durchdreht. Auffällige Symptome können wie bei meiner Schwester Hysterie und Jähzorn sein, bei meinem Kumpel Pit Redeschwälle und hektisches Gestikulieren und bei einer Freundin Berichten zufolge sogar exzessives Nähen mit Kontrollverlust!

Typ C ist der Cortisol-Typ, der auf Stressoren mit Lähmung und Erschöpfung reagiert. Dazu gehört zum Beispiel Bleiläuschen, die nach der Arbeit ihren Arsch nicht mehr hochkriegt, und ich, die ständig jammert wie viel sie zu tun hat, was sie alles lieber tun würde wenn sie nicht so viel zu tun hätte und dann wie ein geprügelter Hund unter einer Dunstglocke zu Hause rumsitzt und kaum etwas tut. Jetzt kann sich ein A-Typ natürlich Entspannungstechniken antrainieren, aber als C-Typ müsste man sich ja erst mal aufraffen irgendeine Technik anzuwenden, was aufgrund der vorherrschenden Disposition quasi unmöglich ist.

Edit:

Typ B dagegen gibt es im Grunde nicht, das sind Menschen die auf Stressoren immer ausgeglichen und balanciert reagieren… Jedenfalls kann ich es mir schwer vorstellen, aber vielleicht bin ich auch nur pessimistisch.

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Du bist doch krank!

Donnerstag, Februar 05th, 2009 | Author:

Schon damals, in der Schule, hat einer meiner Mitschüler dem neuen Austausch-Amerikaner erklärt, dass dieser sich besser nicht mit mir abgeben sollte, denn ich wäre nämlich krank.

Ich sehe das auch so, gerade jetzt, wo es so akut ist.

Trotzdem denke ich, dass man die zwei drei Erkältungsgrippen im Jahr  nicht einfach so verallgemeinern darf, vor allen Dingen wenn man kein Arzt ist.

Zum Glück war der gutaussehende Austausch-Amerikaner zum Schrecken aller verknallten Mädels und coolen Jungs stockschwul und bald ein guter Kumpel von mir. Nützen tut das allerdings nichts wenn der sich seit Ewigkeiten nicht mehr meldet und man acht Stunden lang darauf wartet dass die Heizung sich von 12 Grad auf 19 Grad hocharbeitet, und selbst ein Körnerkissen, eine Wärmflasche und eine Wärmekompresse einen nicht mehr retten können.

Lieber Thomas aus Randerath, du hattest schon damals völlig recht, auch wenn ich nicht weiss woher du diese Informationen hattest (der Datenschutz in der Medizin ist übrigens auch ein Thema dem sich Wissenschaftler heute dringender denn je stellen müssen, und den auch Geisteswissenschaftler wie ich aufs Tablett bringen müssen! Mein neuer Kurs in der Uni heisst übrigens “Brainspotting” und beschäftigt sich mit den ethischen, sozialen und wissenschaftlichen Implikationen der neuen Möglichkeiten in Medizin, Technologie und Hirnforschung…toll! :-) ) jedenfalls ist deine Diagnose heute wahrer denn je:

Ich bin krank.

Im Grunde meines Herzens bin ich ja nicht nur Künstlerin, sondern auch Wissenschaftlerin (das hat wohl was damit zu tun dass meine Mutter zwar sehr musisch veranlagt, mein Vater hingegen ein rational versierter Oberhoschi bei der Bundeswehr ist), was dazu führt dass ich anderen Wissenschaftlern, z.B. Frisören und Ärzten, grundsätzlich nicht traue und mir lieber das nötige Fachwissen selbst aneigne.

Leider macht einen das nur paranoid, und man ist den ganzen Tag damit beschäftigt Nasenspülungen zu machen, mit Salzwasser zu gurgeln, Hühnersuppen zu kochen, Tee zu trinken und zu pinkeln, Eukalyptusinhalationen zu machen, darauf zu achten welche Gliedmaßen kalt und welche warm sein müssen, dass die Durchblutung stimmt und sich nirgendwo in den Atemwegen Infektionsherde bilden, was man an Farbe und Konsistenz des Schleims überprüft, ausgesuchte Kräuterchen und Mittelchen zur Unterstützung zu sich zu nehmen und zu schweigen um die Stimme zu schonen, währenddessen man alle Einladungen zu Parties, Teestunden, Sausen und zum Quatschen ablehnen muss. Es tut mir leid, ich hör schon auf…

Ich hab übrigens eine neue Diät! Auch wenn ich noch nie eine gemacht habe, denke ich dass diese es wert ist. Auf jeden Fall halte ich sie für sehr vielversprechend: Ich esse nur noch dreimal am Tag und nur noch einmal warm… :-)

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