Home

Archive » Juli, 2008 «

Geduld und schwarze Magie

Donnerstag, Juli 31st, 2008 | Author: admin

Der erste Kurs gestern: Digital Video. Ein Raum voll mit fetten Macs. Wir werden mit Final Cut Pro arbeiten. Ich schätze Leute die sich fürs Filmemachen interessieren benehmen sich grundsätzlich desinteressiert, cool und arrogant. Wahrscheinlich habe ich mich auch so verhalten, auf jeden Fall war das erste Seminar ein wenig unterkühlt. Das wird sich wohl noch ändern, da wir in Gruppen jeweils einen fünfminütigen Kurzfilm drehen müssen.

Der zweite Kurs: Life Drawing. Einfach nur jeden Mittwoch abend in einem Keller voller Kunst sitzen und zeichnen, zeichnen, zeichnen. Da kann man echt die Zeit vergessen, Hausaufgaben: Zeichnen, Galeriebesuche, Zeichnen. Toll.

Heute die erste Vorlesung für Digital Arts. Hab ich verpasst, musste zum Onkel Doktor wegen dem Wetter, weil zwar die Sonne scheint es aber immer noch genauso viel regnet, nur aus meiner Nase, und ich Gewitterwolken im Kopf hab. Hab aber im Kursbuch gelesen und entdeckt dass ich zwei der angegebenen Bücher schon gelesen habe… Yeah!

Zur Bekämpfung meiner Krankheit habe ich mich übrigens der schwarzen Magie zugewandt. Ich habe ein totes Huhn mit einer Zwiebel und schwarzen Pfefferkörnern in einen Topf mit Wasser geworfen und zweieinhalb Stunden lang mit Flammen und Beschwörungen bedacht. Anschliessend habe ich Sellerie, Möhren, Bohnen, Lauch und Ingwer dazugegeben und das ganze fein mit Brühe und Knoblauch abgeschmeckt.

Der Doktor hat gesagt dass ich Pech habe, einen Virus und Geduld haben muss. Also lieber Gott, bitte schenk mir Geduld. Sofort! Übersetzt heisst das aber ja sowieso nichts anderes als dass ich unheilbar krank bin und bald sterben werde. Die Hälfte von meinem Hirn hab ich schon ausgeniest. Gute Nacht :).

Category: Die ersten Tage in Sydney | 2 Comments

Böse

Donnerstag, Juli 31st, 2008 | Author: admin

Recommended M. This article is recommended for mature audiences only. It contains coarse language and violence. (Diesmal kein Scherz :-) )

Gestern habe ich gelesen dass einer der Didgeridoo-Spieler von Yothu Yindi, einer der wenigen australischen Bands die ich kenne, einer jungen Frau mehrmals ein Messer reingerammt hat und sich danach, vermutlich in der Überzeugung dass sie tot ist, danach selbst umgebracht hat. Letzten Mittwoch hat er noch vor dem Prime Minister getanzt. Die haben echt gute Musik gemacht. War ein bisschen schockierend das so auf der Titelseite zu lesen.

Als ich weiterblätterte fand ich zum Glück noch ein paar gute Neuigkeiten: Die drei Männer, die vor mehreren Jahren mehrere junge Frauen und auch einen Mann hier in Sydney am Strand gekidnappt, gefoltert, vergewaltigt und ermordet haben, sind jetzt vermutlich identifiziert. Lag aber nur dran dass einer von denen, weil er sowieso schon mal auf ewig im Knast saß, mit den Bullen einen günstigeren Deal für die Info ausgehandelt hat. Na Gottseidank. Den offensichtlichen Spuren die schon da waren konnten die nämlich alleine nicht folgen.

Fragte Nicole abends beim Fernsehen ob sie davon etwas weiss. Sie fragte zurück ob ich dieses Model meine, dass über die Klippen geschubst worden ist. Nee, das war wieder was anderes. Im Fernsehen lief gerade eine ziemlich coole, lustige Sendung über Werbung, “The Gruen Transfer”. Unter anderem ging es da um einen Wettbewerb für eine Werbung im Namen Neuseelands, die Touristen davon abhalten soll nach Australien zu fahren und stattdessen nach Neuseeland zu kommen. Gewonnen hat diese:

Landschaftsaufnahmen.

“A land of wide open spaces.

Untouched wilderness.

Deserted Beaches.

So many beautiful places…

…to dispose of a body.”

“On the average, 22 tourists are murdered in Australia every year.

Australia.

Where the bloody hell are you…

…buried?”

Category: Die ersten Tage in Sydney | One Comment

Hans im Glück

Dienstag, Juli 29th, 2008 | Author: admin

Mehr Regen

Es hat mal wieder die ganze Nacht durchgeregnet. Ich will nicht übertreiben, Samstag war es recht schön und Sonntag tagsüber auch, die Sonne schien und es war warm (nur nicht in den Blue Mountains, wo ich mich zu diesem Zeitpunkt aufgehalten habe…). Ich mag Regen. Regen intensiviert das heimelige Gefühl wenn man sich in ein warmes Bett kuschelt, und der sanfte Rhythmus murmelt einen beruhigend in den Schlaf. Diese Nacht war der Regen allerdings so laut dass ich davon aufgewacht bin, und allmählich geht er mir ein bisschen auf den Wecker. Gegen Vormittag wurde es allerdings wieder schön, so dass ich mich endlich in die Stadt wagen konnte.

Es ist so, ich habe drei Paar Schuhe mitgenommen: Meine Laufschuhe, Ballerinas und sowas wie Sneakers. Letzteres Paar, was als einziges für den normalen Gebrauch bei mittelässigem Wetter geeignet ist, hat Löcher in den Sohlen. Das ist im Grunde nichts Schlimmes, allerdings hatte ich nicht mit dem Regen hier gerechnet, und bei dem ersten heftigen Guss standen meine Füße komplett unter Wasser. Das ist so einige Tage her, die Schuhe sind immer noch nass und reif für den Müll.

Ich will mich nicht beschweren, denn dazu habe ich keinen Grund, aber ich möchte sagen dass es durchaus eine Leistung ist nur mit Ballerinas, einem dünnen Schal und ein bis zwei warmen Pullovern als wärmende Grundausrüstung in Australien zu überleben… Ich beschwere mich deswegen nicht, weil es eine ausgezeichnete Legitimierung für einen kleinen Einkaufsbummel war.

Der Zufall führte mich nach Chinatown. Ich war noch nie in einem Chinatown, und war mir am Anfang nicht mal sicher ob man als western girl überhaupt da alleine reingehen sollte. Aber dann steht man drin, und plötzlich sind lauter Asiaten, winkende Plastikkatzen, Jungs die aussehen als wären sie üble TokioHotel Fans, pinke Plüschvorhänge und rote Laternen um einen herum. Immerhin weiss ich jetzt wo die ganzen Asiaten hier ihre abgefahrenen Klamotten herbekommen…

Glück im Unglück (kommt auch mal vor)

Ich habe festgestellt, dass sich im Jungsbad im unteren Stockwerk unseres Hauses eine Badewanne befindet. Nachdem ich eine Weile zu schüchtern dazu war, habe ich heute mittag die Erlaubnis zur Benutzung eingeholt. Erst musste ich die schwarzen Männerhaare entfernen die überall klebten, aber schliesslich kam ich in den Genuss einer äusserst entspannenden Ganzkörpererhitzung. Es gibt fast nichts Besseres als eine Badewanne.

Soeben ist der Strom ausgefallen. Die Küche und das untere Badezimmer sind tot, liegt vermutlich an den alten Leitungen, da muss ein Elektriker kommen. Mit ein paar Verlängerungskabeln haben wir immerhin den Kühlschrank und den Wasserkocher versorgt, das Wasser aus der Leitung ist heiss und der Herd ist gasbetrieben. Trotzdem bin ich ein bisschen zufrieden dass ich heute mittag noch den Komfort eines beleuchteten Badezimmers voll ausgekostet habe…

Morgen ist mein erster Unitag, ich werde also wohl erstmal nicht zum Schreiben kommen. Entschuldigt daher dass dieser Eintrag ein bisschen länger geworden ist. Und noch länger wird…:

Obwohl ich mittlerweile überzeugt bin eine Brochitis oder vielleicht doch eine Mikrolungenembolie als verspätete Thrombosefolge zu haben, bin ich trotzdem ein kleiner Glückspilz. Im Laufe der letzten Tage fiel mir auf, dass ich den Ring, der mir gegeben worden war weil er die Eigenschaft hat zu seiner Besitzerin zurückzukehren, nicht mehr wiederfinden konnte. Ich habe hin und herüberlegt, wie ich die Peinlichkeit erklären soll dass ich den Ring in der ersten Woche schon verloren habe! Dann dachte ich: Wenn der Ring die Eigenschaft hat, zu seiner Besitzerin zurückzukehren, sollte ich vielleicht doch mal im Hostel anrufen und nachfragen ob ihn dort jemand gefunden hat. Ich meine, so ein magischer Ring muss ja auch mal ein paar Herausforderungen an seine übernatürlichen Fähigkeiten abkönnen, oder? Selbst wenn es sich um ein Hostel mitten in Kings Cross mit sechzig oder hundert Zimmern und verpeiltem Personal handelt und es schon fast eine Woche her ist… Also habe ich eben angerufen. Ich kann ihn morgen dort abholen.

Category: Die ersten Tage in Sydney | 3 Comments

Wii Was?

Dienstag, Juli 29th, 2008 | Author: admin

Liebe Ma,

Leider kann ich dir, was die Wii angeht, auch nur mit gefährlichem Halbwissen weiterhelfen. Wahrscheinlich hast du das ganze schon längst gegoogelt, falls nicht:

Weisst du was eine Playstation ist? Eine Wii ist sowas ähnliches, nur ein bisschen futuristischer. Im Grunde genommen ist es ein Spielcomputer den man an den Fernseher anschliessen kann. Die Bedienelemente sind nicht fest mit dem Computer verbunden, und man kann damit auf den Bildschirm schiessen, virtuelles Tennis oder Luftgitarre spielen oder eine Figur lenken. Der Computer erkennt was man macht, und man braucht nicht mehr ins Fitnessstudio, man kann jetzt vor dem Fernseher sein Workout machen. In der Tat gibt es auch Fitnesskurse und alle möglichen anderen Gimmicks für das Ding. So hab ich das verstanden, ich hoffe es war für den ein oder anderen erheiternd, Korrekturen willkommen.

Category: Die ersten Tage in Sydney | Leave a Comment

Mom Was?

Dienstag, Juli 29th, 2008 | Author: admin

Also… auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person habe ich mich dazu durchgerungen mir die halbe Stunde Zeit zu nehmen um das Beweisfoto hochzuladen. Die Geschichte mit dem blinden Passagier, die vielleicht auch nicht ganz unwichtig für einige der kommenden Ereignisse sein mag, war folgendermaßen:

Als ich in Abu Dhabi aus dem Flugzeug stieg, hörte ich plötzlich ein Rascheln und Grummeln aus meiner Tasche. Zuerst beschloss ich, es zu ignorieren. Möglicherweise waren es nur meine Stricksocken die gerade mein Handy verspeisten, oder eines der obskuren Vitaminpräparate die mein Stiefvater (entschuldige den formellen Ausdruck) mir mitgegeben hatte und das nun zum Leben erwacht war. Als das Grummeln jedoch immer rebellischer wurde und ich Angst bekam dass einer der grimmig dreinschauenden Herren in langen Hemden und Turbanen auf mich aufmerksam werden konnte, beschloss ich nachzusehen. In der Tasche war… nichts. Socken, Vitaminpräparate, Bücher, alle lagen hübsch still nebeneinander. Ich wunderte mich. Doch dann hörte ich wieder das Geräusch, und bemerkte, dass es aus der Seitentasche kam! Als ich diese öffnete quoll ein pink angelaufenes kleines Etwas mit grünen Flügeln, Fangzähnen und einem schwarzbehaarten Rücken heraus und stürzte sich ohne jeden Gruß quiekend auf meinen Mittagssnack. Ich konnte es fotografieren, kurz bevor es sich über meine arabische Cola hermachte…

Es stellte sich dann doch noch als sehr nett und anschmiegsam heraus, so dass ich Mitleid hatte und es weiter bis nach Sydney nahm, obwohl es sich so hinterrücks in mein Gepäck eingeschlichen hatte. Meine Recherchen ergaben, dass es sich bei dem Kleinen um eine noch namenlose Momratze handelt. Momratzen sind genauso reiselustig und gefräßig wie sie selten sind und besitzen eine einzigartige Fellfärbung. Wenn man sie gut behandelt bleiben sie einem treu ergeben und folgen einem überall hin, unter Umständen kann man sie sogar als Wachtiere gebrauchen.

Meine Momratze hat bereits einige Pubbesuche hinter sich, Absturz inklusive, Beweisfotos folgen. Man kann ihr jedoch auch mit Marshmallows in heisse Schokolade gedippt eine Freude machen (man bekommt hier die Marshmallows zu heissem Kakao direkt dazu, ist das nicht grossartig?). Jedenfalls habe ich jetzt eine kleinen Begleiter, der schon für so einiges an Aufsehen gesorgt hat…

Category: Die ersten Tage in Sydney | One Comment

Blauberge und Grünhörner

Montag, Juli 28th, 2008 | Author: admin

Am Sonntag bin ich von Nancy, einem Mädchen aus dem Buddy-programm der Uni (hilflose ausländische Studenten bekommen nette australische Studenten als Buddy zur Seite gestellt) in die Blue Mountains eingeladen worden, wo wir ein paar Leute treffen, einen Kaffee trinken und ein bisschen spazieren gehen wollten. Ein ausgeflippter, schwuler Halbdeutscher/Halbperser der noch nie in Deutschland war aber im Frühjahr unbedingt für immer nach Berlin ziehen will, führte die Meute an, weil er Geburtstag hatte.

Abenteuerlustig wie er war wollte er unbedingt die “Giant Stairway” hinuntergehen. Auf der Hälfte der Strecke kehrten Nancy, ich und ein paar andere um, denn die Stufen waren extrem steil und glitschig und es ging überall hunderte von Metern in die Tiefe. Ein paar Leute sind tatsächlich weitergegangen und einen unbekannten Weg zurückgegangen, und das obwohl es begann dunkel zu werden…

Nancy war sich sicher dass die Busse vom Aussichtspunkt bis in die Nacht zurück in den kleinen Ort fahren von dem die Bahn zurück nach Sydney geht, was natürlich Unsinn war, wie wir auf mein Drängen hin rechtzeitig herausfanden. Wir haben es dann doch alle noch rechtzeitig geschafft, trotzdem war das ziemlich dumm. Greenhorns.

Nette Greenhorns allerdings, die mich hinterher noch zu dem absolut göttlichen Thailänder in Surry Hills direkt bei mir um die Ecke eingeladen haben.

Category: Die ersten Tage in Sydney | One Comment

cough cough

Montag, Juli 28th, 2008 | Author: admin

Ich habe mir böse australische Medikamente besorgt. Hier gibt es tausende von ultrawirksamen Kombinationspräparaten, die man überall bekommen kann. Die scheinen sich mit Erkältungen auszukennen hier… Hm, wieso nur? So allmählich beschleicht mich der Verdacht, dass all dieses Gerede von wegen Wüste, Hitze und sonniges Australien alles nur eine PR-Ente ist. Heute morgen war es trocken und ich habe meine Wäsche draussen aufgehängt (muss ja auch irgendwann mal sein, nachdem ich meine einzigen beiden warmen Pullover mit wechselnden Schichten dünnerer Pullover gleichzeitig und durchgehend Tag und Nacht getragen habe…) und kurz bevor alles trocken war fing es an zu regnen. Jetzt hängt mein neun qm Zimmer mit Wäsche voll und ich hab mir den Heizlüfter geklaut damit ich heute nacht nicht in einem Feuchtbiotop schlafen muss.

Leider kann man keine Carepakete nach Australien schicken, weil alles was essbar ist beim Zoll weggeschmissen wird. Falls ihr mir wirklich was schicken wollt schaut am besten vorher nach was man nach Australien schicken darf. Meine Adresse könnt ihr von Carsten kriegen. Ich hoffe das ich überhaupt Post kriegen kann, das Haus hier hat nichtmal eine Klingel, im Winter muss der potentielle Besucher klopfen und im Sommer durch die Gittertuer brüllen bis jemand aufmacht.

Nachdem ich am Freitag unter Führung meiner Hausbewohner die coolsten Pubs der Umgebung kennenlernen durfte habe ich Samstag morgen erst mal die Gegend erkundet. Der Stadtteil in dem ich wohne heisst Surry Hills, und ist vollgestopft mit allen möglichen schicken, verrückten und netten Läden, Restaurants, Bars und Cafes.
Leider ist die Verbindung zur Uni doch nicht so gut wie ich dachte, denn der Bus dorthin kommt nur alle halbe Stunde und das nur theoretisch. Praktisch könnte er jederzeit oder nie kommen, und da der Fussweg zur Uni 25 Minten beträgt ist man stochastisch gesehen zu Fuß schneller da. Man kann auch erst mit einem Bus in die Innenstadt fahren (zehn Minuten) und dann noch einen Bus nehmen um zur Uni zu kommen (sieben Minuten). Das ist dann allerdings auch der doppelte Fahrpreis. Ein Fahrrad kostet hier angeblich um die 300 $ und Fahrradfahren an sich wird hier mehr als Extremsport gesehen. Apropo Extremsport: die seltsamen Waffen die hier im Wohnzimmer herumlagen entpuppten sich als Zubehör einer Wii. Ich bin also für die nächsten regnerischen Samstage gewappnet. Ein paar Dresden-Dolls Cd’s liegen hier übrigens auch rum. Es geht mir also nicht allzu schlecht.

Die Mädels laufen hier übrigens rum wie Amy Heulhose, und als wir gestern abend “Flashdance” guckten konnte ich weder kleidungsmässig noch frisurmässig einen grossen Unterschied zwischen dem 21. Jahrhundert und den 80′ern feststellen. Mittlerweile darf man sogar wieder die Leggins bis über den Bauchnabel tragen! Ich weiss nicht wo das noch enden soll. Etwa in den 90′ern?

Category: Die ersten Tage in Sydney | 2 Comments

Es regnet, es regnet…

Freitag, Juli 25th, 2008 | Author: admin

Gutes Aachener Wetter hier. Der Regen fällt fast lotrecht. Eigentlich sollte ich dran gewohnt sein.

Es duftet nach Knoblauch. Moe und Helen kochen. Bei mir gab es gutes deutsches Essen. Möhrchen, Kartoffeln und Spiegelei. Gleich gehen wir in den Pub. Erkältung austreiben. Um die Ecke ist ein Dönermann der einen vertrauenswuerdigen Eindruck macht…

Die Internetverbindung ist zu langsam um Fotos hochzuladen.

Langsam fängt das Heimweh an. Liegt bestimmt am Wetter. Hab das Gefuehl als gingen wir gleich ins Guiness-House (unser Irish-Pub in Aachen).

Ich musste einen Kurs wechseln, weil er sich mit Digital Video überschnitt. Jetzt habe ich statt “Sprache und sozialer Kontext” “Digitale Kunst”. Da ich sowieso schon in die Richtung Technologie/Medien & Kultur spezialisiert bin ist das auch gar nicht so schlecht.

Ich habe ehrlich gesagt nichts Interessantes zu erzaehlen. Hoechsten von dem Taxifahrer gestern. Er kannte die Strasse nicht in der ich wohne, also musste ich ihn leiten.

Er:”Don’t expect me to marry you just because you show me the way.” Ich: “Don’t worry.” Er: “Can I be sure? You don’t start no funny stuff? I mean, I am 20 years older than you, that just would not work, you know?”

Ich:”No, I am already married.”

“Really? That’s good, me too. I’ve got three children.” Ich musste mich die ganze Zeit kaputtlachen, weil er immer so weitermachte. Am Ende der Fahrt versicherte er mir dass ich ein hübsches Mächen mit einer nice personality waere, so entspannt und humorvoll…

Category: Die ersten Tage in Sydney | 2 Comments

Was bisher geschah

Donnerstag, Juli 24th, 2008 | Author: admin

Was bisher geschah:

Sonntag

Ich war im königlichen botanischen Garten laufen und bin direkt einer giftigen Spinne ueber den Weg gelaufen. Es ist wunderschoen dort. Eine Wueste die nicht so aussieht wie eine Wueste…
Montag
7 Uhr – aufstehen
8 Uhr – feststellen dass der Wecker falsch geht und es bereits neun Uhr ist, ohne Fruehstueck zum Willkommenstag in der Uni.
Laaaangweilig. Aber die Leute sind extrem engagiert. Ich habe mich mit ein paar Leuten angefreundet, zum Gueck nur ein Deutscher dabei, der Rest sind Italiener und ein finnisches Paerchen. Bei einem frühabendlichen Bier stellte sich nach einem kurzen Chrashkurs heraus dass ich ganz passabel auf italienisch fluchen kann. E ist aber auch einfach die beste Sprache dazu, die Italiener sagen Sachen wie “Gott ist ein Schwein” (porco dio!) wenn ihnen nur was runterfaellt!
Montag abend habe ich mir ein Zimmer angeschaut, im Dunkeln durch die halbe Stadt gelaufen dafuer. Das Haus und die vier Leute darin waren mir dierkt symphathisch und vertraut. Ich hab von meinen Interessen erzaehlt und nach ihren gefragt, die erstaunlicherweise sehr aehnlich waren! Filme, Kunst, Musik, Essen… Es waren noch sehr viele andere Leute da an dem Abend, und sie wollten spaeter anrufen und Bescheid sagen. Und… ich hab das Zimmer bekommen! Und eine Erkaeltung.

Dienstag
Ich konnte nicht reden, meine Stimme war tot und ich total schlapp. Tobi (deutsch) und Elisa (Italienerin) haben es mir zum Gueck nicht uebel genommen dass ich nur mit Zetteln kommuniziert habe, aber bloed war es trotzdem, konnte keine Kontakte knuepfen oder mit irgendwem quatschen. Deswegen bin ich auch direkt nach dem Tagesprogramm abgehauen, hab meine Kaution bezahlt und bin in einem Restaurant am Kai was essen gegangen… Spagetthi mit Spinat, Basilikum und Gambas in Zitrone und Olivenoel… mjam, das beste Essen seit vielen Tagen (voller Cornflakes, Nudeln mit Pesto und Fast Food oder gar nichts zu essen…) Aber trotz gutem Essen, dem Wissen dass ich ab morgen ein festes Zimmer in einer tollen Wg habe und krankheitsbedingter Schwaecher hat es mit dem Schlaf trotzdem nicht geklappt…

Mittwoch
Egal wo man hier hingeht, man friert sich den Arsch ab. Heizungen gibts hier einfach nicht, und in Cafes Restaurants, Vorlesungsräumen und überall sonst herrscht genau die gleiche Temperatur wie draussen.
Mittwoch morgen bin ich mich einschreiben gegangen (darf man das so sagen?). Ich bin ja so ein Glueckspilz! Ich hab den letzten Platz im Kurs “Digital Video” bekommen! Meine anderen Kurse sind “Lebendiges zeichnen”, “Marketing Grundlagen” und “Sprache und sozialer Kontext”. Das wird mit Sicherheit grossartig! Ich hab jetzt auch meine Studentenkarte mit der ich Ermaessigung auf Transportkosten bekomme.
Danach ab ins Hostel und schneller den Koffer gepackt und in einem Taxi in mein neues Zuhause gekarrt als man gucken kann. Jetzt habe ich: WLan (der Herr sei gelobt!), ein eigenes Zimmer (9-10 qm) mit einem riesigen Gitter-Prinzessinenbett dass mir bis zu den Oberschenkeln reicht und voller kuscheliger Decken und Kissen ist, eine Katze namens Bessy, ein eigenes Kuehlschrankfach, ein eigenes Regalbrett fuer Vorräte, ein kuscheliges Wohnzimmer mit vier unglaublich netten Mitbewohnern. Das sind: Moe, Ross, Helen und Nicole. Alles Australier, sehr britisch, Helen hat mir gestern schon ein paarmal Tee gekocht und ich durfte die Katze fuettern (die mich jetzt auch mag, oh Tiere sind ja so berechnend!).

Donnerstag

Das ist jetzt. Ich hab nicht wirklich durchgeschafen, aber das Bett in dem ich grade immer noch liege ist trotzdem toll und extrem gemuetlich. Heute ist den ganzen Tag Pogramm fuer die internationalen Studenten, aber das macht mein Gesundheitszustand eher nicht mit, besonders weil es draussen nass und kalt ist. Vielleicht gehe ich heut abend kurz auf die Willkommensparty, sonst kenn ich hinterher gar keinen.
Aber gleich erstmal einkaufen, was Feines kochen, rumgammeln, lesen… alles was im Hostel nicht ging (da liefen die Leute schon mittags mit Riesenpaketen voller Gune (der Wein aus Tetrapaks) rum, haben ueberall geraucht, hingeascht und ihren Muell fallengelassen, das Zimmer war sauber aber da gabs nur ein grosses Licht und es roch saeuerlich nach Schweiss, Deo und nach feuchten, gammeligen Handteuchern. Ein Hostel, halt.)

Ich habe ein unbaendiges Verlangen nach Knoblauch!

Vor meinem Fester sind Gitter, dient wohl der Sicherheit weil man ueber die Daecher unter dem Fenster sehr leicht einbrechen koennte. Und im Sommer moechte hier niemand die Fenster zu lassen, nehme ich an… Ich freue mich schon sehr auf den Fruehling, wenn hier alles blueht!

Category: Die ersten Tage in Sydney | One Comment

Weicheier und andere Helden

Donnerstag, Juli 24th, 2008 | Author: admin

Ich habe eine Erkaeltung. Kein Wunder wenn man keinen Schlaf bekommt, ueberall Aufregung und Stress ist, man den ganzen Tag durch die Gegend rennt und Sydney gerade Lust dazu hat sich wettermaessig von seiner gemeinsten und willkuehrlichsten Seite zu zeigen.
Wenn Frauen unter sich sind, fangen sie manchmal an, damit anzugeben, welchem ihrer Freunde es denn am schlechtesten geht, wenn er eine Erkaeltung hat. Denn – und darueber sind sich alle Frauen einig – der kleinste Schnupfen macht Maenner zu erbarmungswuerdigen, jammernden Weicheiern. Die Tatsache dass Frauen sich auf diese Art und Weise ueber sie unterhalten sollte Mann ihnen aber nicht uebel nehmen, insgeheim ist es doch auch eine Prahlerei darueber, wer denn die besten Versorgerqualititaeten hat. Wie auch immer, je mehr Testosteron, desto gefaehrlicher, qualvoller und toedlicher zeichnet sich der Verlauf einer dreitaegigen Erkaeltung ab, und der Partner muss in dieser Zeit 24 Stunden Bereitschaftdienst halten, damit der Patient nicht elendig zu Grunde geht.
Ich muss ein Gestaendnis machen. Mein Freund jammert nicht. Wenn hingegen ICH eine Erkaeltung habe, bin ich fest davon ueberzeugt, dass sie nie vorbeigehen wird, kein Medikament dieser Erde mich heilen kann und ich bald unweigerlich sterben werde.
Da ich aber nicht in Australien sterben moechte, sondern lieber irgendwo in der Eifel von einem plötzlich (juhu, ich hab die ö Taste wieder!) vom Himmel fallenden Konzertflügel erschlagen werden will, bin ich gerade sehr tapfer.

Category: Die ersten Tage in Sydney | 2 Comments