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IKEAMAZONE

Freitag, Januar 30th, 2009 | Author:

“Du bist ‘ne ganz schön coole Sau!” sagt der Typ, der mir auf einem sonst recht einsamen und dunklen Parkplatz irgendwo an der holländische Grenze auf den dezenten Hinweis seiner Freundin hin angeboten hat, meinen neu erworbenen Kleiderschrank “ODDA”, 200×219 cm, in mein Autolein zu laden. “Und wir haben uns Sorgen gemacht ob wir 175 cm in den Ford kriegen!” Dreistigkeit siegt, hatte ich mir gedacht als ich kurzentschlossen den Kauf beging, und zur Not kann man mit ein bisschen Wimpernklimpern auf den selbstlosen Einsatz höllandisch-schwedischer Möbelhausmitarbeiter vertrauen. Wie heisst es ausserdem so schön: Was nicht passt wird passend gemacht. Schliesslich schaffen wir es tatsächlich, die drei Pakete, von denen jedes ungefähr das Gewicht von anderthalb amtlichen Leichen hat, ins Auto zu verladen. Selbst der Kofferraum geht ohne Mucken zu, dafür bleibt das Fenster auf, und das bei muckeligen 2 Grad Celsius. Gelobt sei das Heizgebläse! Ein Glück ist es auch wenn man gute Freunde hat die ausserdem noch Nachbarn sind und einem auch schon mal helfen Pakete mit zerstückelten, verleimten Baumleichen durch den Hausflur zu tragen.

Männer sind grundsätzlich nicht in der Lage, IKEA-Möbel selbst zu montieren. Ich habe mit drei verschiedenen Männern Ikea-Betten aufgebaut (es war nicht immer mein Bett und nicht immer mein Freund, damit hier keine falschen Gedanken aufkommen) und es war jedesmal eine Katastrophe. Aus versierten Heimwerkern werden plötzlich ungeduldige, unpräzise und selbstgerechte Kinder. Meist liegt es daran, dass Mann sich standhaft weigert, sich von einem Stück Papier vorschreiben zu lassen, was er zu tun und zu lassen hat. Dies führt dann dazu, dass folgenschwere logische Fehler im Aufbau des Möbels erfolgen, die es  schliesslich notwendig machen, dass man das komplette Ding wieder abbaut und dann wieder neu aufbaut.

Also, nur ich und die Bauanleitung. Nach einem gründlichen Studium derselben beschloss ich, zunächst einmal die Schrauben zu sortieren und dann zu sehen wie weit man wohl alleine kommen könnte. Nach vier Stunden gemütlichen Schraubens, Steckens, Hebens und Schiebens zu lauter Musik und ohne das Genöle irgendeines Kerls stand dann ein vollständiger Kleiderschrank vor mir. Ich hatte nicht gedacht dass Möbelaufbauen so unproblematisch sein könnte! Zwar kann ich jetzt kaum noch meine Arme heben aber ich habe gesiegt.

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Category: Die ersten Tage in Rock-City, Fast Wichtiges

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