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Bambushüttenträume

Donnerstag, Februar 04th, 2010 | Author: admin

Dies sollte nie ein Jammerblog sein, sondern einen humorvoller schriftlicher Blick auf das Leben. Leider ist mit dem Verlust meiner Wahlheimat God-City, dem Abbruch des sinnlosen Studiums, dem Verlust von Jobs und Zukunftsperspektiven auch der Humor etwas verlustig gegangen.

Um mein Elend nicht wie viele andere Depressive ellenlang auf irgendwelchen Bahnschienen auszubreiten, habe ich die Beine in die Hand genommen und mit Sport und Therapie gegengesteuert. Der Gedanke, eventuell Psychopharmaka nehmen zu müssen, führte zu einer spontanen Schockheilung. Ich nehme nicht mal Aspirin wenn ich Kopfschmerzen habe.

Alternative: Jeden Tag eine Stunde spazieren, Omega-3-Fettsäuren in medizinischen Dosen (in Ländern in denen viel Fisch gegessen wird gibt es kaum Depressionen, und Studien belegen mittlerweile eine deutliche antidepressive Wirkung) und Akupunktur. Das Schwierigste ist dabei wohl, die Angst vor der Zukunft zu verlieren und die Dinge so zu nehmen wie sie eben kommen.

Mittlerweile habe ich beschlossen viel Geld und Zeit zu investieren und noch einmal ein neues Bachelorstudium im Fach Psychologie zu beginnen (nachdem ich mich davon überzeugt habe, dass man tatsächlich die knallharte Wissenschaft mit biologischen und neurologischen Aspekten lernt, und kein Hausfrauenwischiwaschi!). Bis dahin nutze ich die Zeit, um die Dinge zu tun, die man sonst wohl nie tun kann:

  • Theater spielen (gestern war die Premiere, es ist aufregend, und ich habe so etwas wie eine kleine Familie gefunden ;-) Wir spielen diese Woche jeden Abend, ständig sind Leute um einen und die Zeit vergeht wie im Flug)
  • Lieder schreiben und komponieren (ich werde schon von betrunkenen Semistars angesprochen, die mir begeistert um den Hals fallen und schwören, dass sie mich “ganz groß” machen werden… ;-) Immerhin, demnächst wird ein Demo aufgenommen und Kontakte entstehen…)
  • bei einem TV-Beitrag mitspielen (dafür geht es auf die Phillipinen! Zuerst habe ich mir Sorgen um das Geld gemacht und mich vor dem Flug gefürchtet und vor dem Drehstress. Aber nun habe ich beschlossen, noch eine Woche länger da zu bleiben. Ich werde ganz allein am anderen Ende der Welt in einer Bambushütte in einem kleinen Fischerdorf wohnen, vor Hitze eingehen, Cocktails schlürfen, meine Zehen in den Sand graben, jede Menge exotisches Zeug mit Reis essen und mit einem stinkenden Moped durch den Urwald tuckern; Wasserfälle und Tiere bestaunen, Nichtstun und vielleicht einfach da bleiben…;-) )

Es wird also viel zu berichten geben. Wie es wird und was aus mir wird, weiss ich noch weniger als vor einem Jahr, aber ich glaube ich finde Gefallen daran. Vielleicht habe ich doch zu viel geplant und zu wenig gewagt…

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Ein neuer Anfang

Mittwoch, Februar 03rd, 2010 | Author: admin

Das Problem beim Bloggen ist, dass man im Grunde doch nicht schreiben kann, was man will. Zumindest dann nicht, wenn Freunde, Kollegen und Verwandte die URL kennen. Es ist auf keinen Fall so, dass ich das Bedürfnis hätte, tüchtig über alle meine Lieben herzuziehen oder öffentlich in die Tiefen meines Sexuallebens abzutauchen. Nur muss man selbst über die kleinsten Kleinigkeiten Stillschweigen bewahren, da sich sonst jemand auf die Füße getreten fühlt.

Wenn man zum Beispiel zum Tee besucht wird, gibt es Frauen, die beim Reden den Faden des Teebeutels ein Dutenzendmal um den Henkel der Tasse wickeln. Statt nach drei Stunden Quatschen und sieben Tassen Tee das Zeug einfach in die Spülmaschine zu stellen, ist man anschliessend noch eine halbe Stunde beschäftigt, die Teebeutel wieder abzuwickeln. Darüber darf man sich dann aber nicht amüsiert schriftlich äußern, da betreffende Freundin sofort weiss, dass sie gemeint ist, und unglaublich beleidigt ist. Beteuerungen, dass man das Ganze eher allgemein gemeint hat und sich wirklich nicht daran stört und deswegen auch nichts gesagt hat und überhaupt nichts lieber tut als mit ihr stundenlang Tee zu trinken und sowieso selbst schuld ist wenn man seinen Gästen ollen Beuteltee vorsetzt, werden nicht akzeptiert und man darf hinfort seinen Tee alleine trinken.

Wenn es also schon so ist, wie soll man dann die Teebeutelfäden des eigenen Lebens, die wirklich wichtigen Dinge, die einen bewegen und dem Leben neue Wendungen geben, literarisch entwirren ohne anzuecken oder sich blosszustellen? Und doch sind für diesen Blog und den geneigten und mir unbekannten oder bekannten Leser doch gerade diese Dinge am wertvollsten. Deswegen soll es im nächsten Eintrag einen kleinen Einblick in meine Spülmaschine geben, auf das was gewesen ist und noch kommen mag.

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Frauen am Steuer

Samstag, Januar 09th, 2010 | Author: admin

Neulich habe ich einen Berufsorientierungstest gemacht. Entgegen meiner Erwartung waren meine mathematischen Fähigkeiten im Durchschnitt (nicht darunter), dafür habe ich jedoch ein überdurchschnittliches räumliches Vorstellungsvermögen und mechanisches Verständnis. Ich habe beschlossen die Testergebnisse nun beim Autofahren als Beweisstück bei mir zu tragen und jedem Kerl, der auch nur schräg guckt, mit einem fünfminütigen Vortrag über Vorurteile gegenüber weiblichen Fahrerinnen unter die Nase zu halten.

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Neujahrskrankheit

Montag, Januar 04th, 2010 | Author: admin

Der Neujahrsmorgen ist mit einer der schlimmsten des ganzen Jahres, zumindest wenn man zu einer Kultur gehört in der Alkohol getrunken wird. Da man ja aus Fehlern lernt, hatte ich mir vorgenommen, dieses Mal nur eine Sorte Alkohol zu trinken und rechtzeitig zu Antialkoholischem umzuschwenken. In meinem jugendlichen Leichtsinn entschied ich mich für die Bowle, was auch dazu führte, dass der rechtzeitige Augenblick unbemerkt an mir vorüberging. Io und mir ging es außerordentlich schlecht. Die Details unseres Elends behalte ich für mich.

Wir schafften es im Laufe des Tages wieder, feste Nahrung zu uns zu nehmen. Als wir uns abends nach Draußen wagten, um vor dem Schlafengehen noch einmal mit frischer Luft gegen Unwohlsein und Kopfschmerzen vorzugehen, hatte der Türke um die Ecke entgegen aller Erwartung geöffnet (nicht dass es uns nach etwas zu Essen gelüstet hätte). Während wir uns gerade noch so auf den Beinen halten konnten, stand er pfeifend hinter seinem Dönerspiess und wirbelte Pizza durch die Luft. Im Grunde sind die Kulturen, bei denen zum Feiern nicht unbedingt Alkohol gehört, doch zu beneiden.

Am nächsten Tag, also gestern, hatte ich morgens um zehn Uhr eine Theaterprobe. Marko, unser Hauptdarsteller, kam mir entgegen und sah noch fürchterlicher aus als ich mich fühlte. “Es geht mir schrecklich! Silvester hat mich echt gekillt!” sagte er mit tiefen Ringen unter den Augen und aufgedunsenem Gesicht. “So heftig gefeiert?” fragte ich, froh, nicht allein Leidtragende zu sein. Er liess sich in einen Stuhl fallen und antwortete mit schwacher Stimme: “Nee, die Party war langweilig und getrunken hab ich auch nichts. Aber die hatten zwei Hunde und ein Pferd, und ich bin gegen beides wie Teufel allergisch…!”

Auch Abstinenz hilft mitunter nicht gegen Neujahrskrankheit.

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Gute Vorsätze

Freitag, Januar 01st, 2010 | Author: admin

Zum Jahreswechsel fassen viele Menschen gute Vorsätze, um das, was sie im alten Jahr versemmelt haben im neuen Jahr nicht wieder zu versemmeln. Das Datum ist nicht so willkührlich wie es vielleicht scheint, denn immerhin dient das Fest dazu, die Geister des alten Jahres auszutrieben. Außerdem kauft man sich in der Regel einen neuen, leeren und erwartungsvollen Kalender, der mit positiven Dingen gefüllt werden möchte.

Es ist wie mit den Schulheften damals, man kauft sich ein neues und nimmt sich vor diesmal alle Hausaufgaben zu machen, ordentlich zu schreiben, immer das Datum zu vermerken und eine saubere Überschrift zu machen, nichts vollzuklecksen, umzuknicken und keine Seiten herauszureißen, und dann sieht es einen Monat später wieder genau so aus wie das, was man weggeworfen hat.

So ist es auch mit dem Jahr. Im Grunde drehen sich gute Vorsätze um Dinge, die schon immer so waren wie sie sind, und sich auch selten ändern: Mehr Sport machen, sich gesünder ernähren, mehr schöne Dinge tun oder all das nicht mehr tun was man den ganzen Tag so tut. Es natürlich nicht völlig hoffnungslos, und vielleicht ist ein guter Vorsatz die notwendige Brise für den frischen Wind der Dinge verändern kann.

Ich habe mir diesmal nichts vorgenommen, weil zuviel Wind Zugluft verursacht.

Category: Fast Wichtiges, Party | 5 Comments

Winter-Wonderland

Montag, Dezember 21st, 2009 | Author: admin

Vor der Tür ist Winter-Wonderland, gerade rechtzeitig stürmt es Schneemassen herab, so dass es Heiligabend sonnig, kalt und überal weiss sein wird. Dass gerade der Ruhrpott mit einer solchen Schneepracht gesegnet wird, ist zwar leicht verwunderlich und verkehrsmäßig von apokalyptischer Wirkung, aber dennoch schön.

Solche Natureinbrüche erinnern einen doch immer wieder daran, dass unsere menschlichen Kontrollversuche doch im Grunde machtlos und widersinnig sind wenn die Naturgewalten … ähm… ja, walten eben. Viele zivilisierte Menschen lächeln ja über den Ratschlag, stets ein Survivalpack mit Batterien, Kerzen und Müsliriegeln bereitzuhalten. Es mag paranoid erscheinen, aber selbst wenn nur mal der Strom zwei Tage ausfällt, hilft ein Gaskocher schon enorm weiter, besonders bei diesen Temperaturen.

Sollte der Strom tatsächlich ausfallen, haben wir nicht nur einen Gaskocher und jede Menge Konserven, sondern auch einen offenen Kamin, mit dem man Kochen und Heizen kann. Ich fühle mich deswegen survivalmäßig ein bisschen privilegiert… Ein alter Kumpel von mir war damals unglücklicherweise über Jahre hinweg arbeitslos und heizte seine Bude und sein Badewasser ausschliesslich und sehr erfolgreich mit Kerzen und einem Gasofen.

Wer mal richtig campen war, oder an einem mittealterlichen Lager teilgenommen hat, kann sich in etwa vorstellen wie es ist, ohne all die Annehmlichkeiten auszukommen, die wir als so selbstverständlich empfinden. Den meisten Menschen ist allerdings nicht einmal bewusst wie abhängig sie von dem höchst komplexen Versorgungsnetz sind, dass unsere Gesellschaft errichtet hat. Ich finde die Vorstellung interessant, was passiert, wenn dieses Netz einmal zusammenbricht.

Des öfteren hört man von Leuten den Satz “Ich könnte ohne Fernseher nicht leben…” und der Angstschweiss steht ihnen auf der Stirn. Wie man ohne maschinell produzierte und transportierte Nahrungsmittel, Telefon, Herd, Onlinebanking, Heizung, Auto leben kann ist eine Frage, die man sich besser nicht stellt, wenn man schon von einem Medium so abhängig ist. Sehr viele Menschen würden einfach verhungern, erfrieren, oder sich gegenseitig die Köppe einschlagen.

Im ernstzunehmenden Katastrophenfall, also wenn unsere gesamten Netzwerke für Tage ausfallen, würde dann der Staat schnell und hart durchgreifen und alles funkgesteuert militärisch unter Kontrolle bringen? Würden Gangs zunächst ekstatisch und dann selbst verzweifelt die Straßen unsicher machen? Und würden alle Mittelalterfreaks und Outdoorfreunde frohgemut und mit Schwertern bewaffnet kleine Gemeinschaften bilden und über dem offenen Feuer selbstgeangelten Fisch und erbeutete Ravioli brutzeln? Überhaupt hätten all die Leute einen Vorteil, die sich der Natur nicht völlig entfremdet haben, die ein Handerk wie Jäger, Gärtner, Koch oder Elektriker gelernt haben. Vielleicht würden ehemalige Topmodels noch ausgehungerter als sonst völlig hilflos durch die Straßen laufen und ihre Dienste für einen Sack Kartoffeln feilbieten…

In diesem Sinne, ein frohes Weihnachtsfest euch allen!

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TV

Dienstag, Dezember 15th, 2009 | Author: admin

“I think life should be more like TV. I think all of life’s problems ought to be solved in 30 minutes with simple homilies, don’t you?

I think weight and oral hygiene ought to be our biggest concerns.

I think we should all have powerfull, high-paying jobs, and everyone should drive fancy sportscars. All our desires should be instantly gratified.

Women should always wear tight clothes, and men should carry powerful handguns. Life overall should be more glamorous, thrill-packed, and filled with applause, don’t you think?

Of course, if life was really like that, what would we watch on TV?”

Watterson (1989), The Calvin & Hobbes Lazy Sunday Book. Universal Press Syndicate

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Reinkarnation

Montag, November 23rd, 2009 | Author: admin

“Dieses Leben ist eines der Schwierigsten.” sagt meine Mutter gerne und lächelt dabei. Sie geht einer therapeutischen Arbeit nach und muss es wissen. Da sie daran glaubt, dass wir mehrere Inkarnationen durchleben, könnte man aus diesem Satz deuten, dass die anderen Leben, die man hatte oder haben wird, einfacher wären. Aber das ist - abgesehen von den Leben in denen wir Gänseblümchen sind - natürlich Unsinn. Sie sagt es mit einem Augenzwinkern, weil einem jedes Leben, unabhängig wie gut oder schlecht es einem objektiv geht, gerade als das Schwierigste erscheint, und das ist - von einer gewissen Distanz betrachtet - durchaus komisch und auch tröstend.

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Kintaro

Freitag, November 20th, 2009 | Author: admin

Anfang des Jahrtausends (also schon einige Jahre her) hochgelobt im Sushi World Guide, rühmt sich das Kintaro - Kölns ältestes japanisches Restaurant - seiner vielen prominenten Besucher, allen voran Michael Schuhmacher und Jon Bon Jovi. Wie repräsentativ diese Herren für den durchschnittlichen Sushifreund sind, ist nicht wirklich klar, aber bei einer Einladung stellt sich diese Frage wohl auch nicht. Die Berühmtheiten hatten Kleidungsstücke und Fotos hinterlassen, die nun die Wände “zierten”. Das Wissen, dass Rennfahrer in ihre Anzüge pinkeln, ist nicht gerade appetitfördernd, und dekorativ ist anders.

Aber alte Kölner Urgestein-Restaurants haben wohl ihre Eigenheiten, und das muss man nehmen wie es ist. Leider hatte der Laden ansonsten eher wenig Eigenheiten, und die sonstige Einrichtung darf man mit gutem Gewissen als lieblos bezeichnen. Japanische Restaurants neigen zu spartanischer (äh…japanischer - ihr wisst schon) Einrichtung, doch in diesem Fall erinnerte das Ambiente eher an eine bessere Kantine mit Kissen. Einfache, zerkratzte Holztische, leicht ungepflegte Toiletten ohne jeglichen hygienischen Komfort, die Karten handgeschrieben und laminiert ohne jeglichen Stil, und der Farbanstrich an der Wand hatte auch schon gelitten. Aber bei so gutem Essen, wie es angepriesen wurde, kann man wohl über so etwas hinwegsehen, oder?

Ich bestellte meine vielgeliebten Kürbismaki als Vorspeise, und als Hauptgericht Ente für 12 €, dazu Reis, für den nochmal ein extra Obulus verlangt wurde. Das Sushi begeisterte mich nicht gerade. Es war warm (aber nicht frisch, da durchgewärmt) und der Seetang trocken und gummiartig. Das Wasabi war direkt mit eingerollt worden, was zwar der Tradition entspricht, aber heutzutage eigentlich nirgendwo in Deutschland gemacht wird, weil es eben Leute gibt, die keine Wasabi mögen. Die kleine Portion Ente kam mit einer Salatbeilage, die aus einfachem Blattsalat mit ein paar Möhrenstreifen bestand. Kulinarisch auf Kantinenniveau. Das Fleisch war qualitativ sehr hochwertig, doch leider noch sehr englisch (tja, das mit den Kulturen…) und deswegen eine echte Herausforderung für die Kauleiste. Für mehr als dreizehn Euro, die winzige Reisportion mitgerechnet, ziemlich enttäuschend.

Io nahm gegrillte Dorade. Der Fisch war absolut köstlich und wundervoll gewürzt. Leider entsprach die Portion einem Appetizer und der Preis einem Hauptgericht. Da wir immer noch vom Hunger geplagt wurden , bestellten wir Tempura - Shrimps im Mehlteig gebacken. Für schlappe 17 € bekamen wir einen Teller mit sechs großen Shrimps und einigen Gemüsestücken. Die Tempurahülle war mehlig und nur leicht knusprig - alles in allem lecker, aber nicht umwerfend. Mein Stiefvater, der restlos begeistert und mit ungeübter Hand versuchte, seine Stäbchen zu kontrollieren, hatte ein Menü bestellt. Das Menü war mit unter 30 Euro verhältnismäßig günstig, das Essen völlig Ordnung. Einzige Highlights waren die Suppe und das Grüntee-Eis zum Schluss.

Der Laden war proppenvoll, der Service nett, aber gehetzt und nicht sehr aufmerksam. Die deutsche Herrin des Ladens stand am zentralen Anlaufpunkt direkt neben unserem Tisch und bemühte sich majestätisch, alles unter Kontrolle zu halten. Ich fragte mich Folgendes: Wenn der Laden schon so lange so gut läuft, dann hätten bei den Preisen doch mal eine Grundsanierung drin sein müssen, oder?

Fazit:

Man hatte den Eindruck, dass dieser Laden schon sehr lange routiniert und mit Erfahrung geführt wird, dass das Hauptaugenmerk jedoch nicht auf der Zufriedenheit der Kunden liegt, sondern darauf, dass es halt irgendwie läuft, und dass im Laufe der Zeit die Liebe zum Detail, der Wunsch nach Optimierung und das Hinterfragen von Gegebenheiten auf der Strecke blieben.

So wie wir es erlebt haben ist das Kintaro völlig überschätzt. Wer nicht so häufig japanisch isst und Michael Schuhmacher und HP von Scooter als Beispiele für guten Geschmack sieht, mag sich hier wohlfühlen. Fakt ist jedoch, dass man woanders für das gleiche Geld deutlich besser (und mehr) essen kann, und das bei besserem Service, stilvollerem Ambiente und angenehmerer Atmosphäre.

Category: Essen, Restaurantkritiken | 7 Comments

Arbeitslos

Montag, November 16th, 2009 | Author: admin

Jetzt bin ich nicht nur ein Studienabbrecher, sondern auch ein Taugenichts. Mein Chef, auch genannt “der Sonnenkönig” - jetzt darf ich es ja sagen - hatte nach der Probezeit genug von mir. Die Begründung war eher schwammig und die Entscheidung mehr persönlich und aus dem Bauch heraus getroffen, die übrigen Mitarbeiter geschockt und verständnislos. Zum Glück habe ich in den letzten Wochen hart an meiner positiven Einstellung gearbeitet, und daran, das zu nehmen, was kommt. So bin ich nun ganz froh darüber, nicht mehr unter gutsherrlicher Beobachtung zu stehen und frei zu sein für einen Job für den man sich keinen ganz so großen Stock in den A…llerwertesten rammen muss.

Problematisch ist nur, dass ich trotz der herausragenden Leistungen meiner medialen und akademischen Bildung nun wieder eine arbeitslose Studienabbrecherin bin, und der nächste Job vermutlich nicht so prestigeträchtig sein wird. Sehen wir es positiv, es gibt meinem bisher lückenlosen und strebsamen Lebenslauf ein wenig verruchten Charme. Ich fühle mich sehr rebellisch. Noch.

Naja, ganz so cool bin ich dann doch nicht, es verunsichert natürlich und kratzt am Ego, aber vielleicht sollte man sich in einer solch unsicheren Arbeitsgesellschaft nicht so sehr über seinen Job definieren.

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