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Meer, Schnee, Käsebrot

Dienstag, März 09th, 2010 | Author: admin

Ich fahre mit der Nachtfähre. Dort gibt es Hochbetten auf denen man schlafen kann. Als wir uns dem Hafen von Cebu nähern, drängen sich kleine Bananenboote mit braungebrannten Kindern darin um die Fähre und recken ihre Hände nach oben. Kleine Piraten, die auf dem Wasser leben, Seegetier essen und sich so durchschlagen. Waisen, Herumtreiber, Fischerkinder. Sie jagen einander, fahren im Kielwasser mit und hoffen auf etwas von oben.

Auf der Insel habe ich einige Strandkinder kennengelernt, die auf Algenbänken saßen und kleine Meerestiere gesucht haben. Keine Waisen, die ganze Familie lebt vom Meer. Sie sitzen in der Hocke und zerschlagen die Panzer und Schalen mit einem Stein, waschen das Fleisch im Meerwasser und stecken es in den Mund. Sie halten mir ein stacheliges Ding hin. “Animal?” frage ich. Nein. “Plant?” Ja. Ich nehme es in die Hand, plötzlich bewegen sich die Stacheln und ich lasse den Seeigel fallen. Sie lachen mich aus, ein Junge hebt ihn auf, biegt ihn auseinander und puhlt das Fleisch heraus um es zu essen. In kleinen Plastikeimern schleppen sie ihre Schätze nach Hause.

Ich steige aus dem Flieger, ohne Jacke, im dünnen Baumwolloberteil. Es gibt keine Gangway zum Terminal, nein, man muss bei minus vier Grad in den Bus steigen und hoffen dass er irgendwann die Türen schliesst. Ich hoffe dass in den nächsten zwei Stunden ein sicheres Verfahren entwickelt wird um Schockgefrostete Menschen wieder lebendig aufzutauen.

Ansonsten finde ich die Kälte gut. Immer wenn man woanders ist, fällt einem auf, wie sauertöpfisch die Menschen hier in Deutschland gucken. Selbst anlächeln hilft nicht, man wird angesehen als wäre man bescheuert oder unzurechnungsfähig. Nach zwei Wochen Reis zum Frühstück, Mittag- und Abendessen bin ich entzückt von einem Frühstück mit Brot und Käse. Beides gibt es auf den Phillipinen nicht.

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Phillipinen

Samstag, März 06th, 2010 | Author: admin

Ich schreibe aus dem Land wo es keine Postkarten gibt, und auch keine Hausnummern. Auf den einsamen Inseln gibt es alle 30 Kilometer ein Internetcafe. Dort sitzen Gamer, die in Bambusverschlaegen wohnen, und sehen genauso aus wie alle andereren Gamer dieser Welt. Wenn man Glueck hat, funktioniert sogar das Internet.

Noch bevor wir den Flughafen nach 17-stuendiger Reise verlassen, fangen wir an zu drehen. Man soll schoen authentisch fertig aussehen. Die Fahrt durch Cebu, den suedostasiatischen Moloch, hoechst sonderbar. Man fuehlt sich wie in einem Film (Apocalypse Now?), oder einer Stadt entworfen von Walther Moers. Bilder duerrer, barfuessiger Kinder und zahnloser alter Leute aus Reportagen und Dokumentationen werden lebendig, und doch ist es kein Stueck wie im Fernsehen.

In dieser Welt ist es immer heiss, die Schilder bunt und selbstgemalt, die Mopeds knatternd. Man kann sich kaum vorstellen, dass genau zur gleichen Zeit andere Menschen genauso wohnen wie wir es tun: In Haeusern, kalter Luft, stillen Staedten, anderen Farben. Die Farben der Dinge hier sind anders. Das Meer, der Himmel, die Sonne haben andere Farben, genauso wie die Menschen, die Pflanzen und das Essen.

Auf unserer Insel gibt es kaum Weisse. Nach zwei Tagen wissen alle auf der Insel vom deutschen Fernsehteam. Der Dreh ist anstrengend, wir holen alles aus uns raus, weil wir jung sind und ehrgeizig. Wenn ich irgendwo lang gehe starren mir alle hinterher, alle winken und fragen woher ich komme, die Kinder kichern “You are so beautiful!” und ich erzaehle dass sich bei uns Leute auf Maschinen legen um braun zu werden. Alle denken ich sei ein deutscher Filmstar.

Inmitten von karibischem Traum, Dschungelhuetten und tiefstem katholischem Missionsglauben, verewigt in meterhohen, buntbemalten, Marienfiguren aus Plastik, traeumen die Menschen von Coca Cola, Kalter Luft und Glamour. Das der auch nur Schein sein kann ist ihnen egal. Auf der anderen Seite treffen wir einen reichen Amerikaner, der Heidegger und Hegel studiert hat und eine tiefe Sinnkrise hat, weil er sich nach dem unberuehrten Paradies und der Unschuld sehnt. Fuer uns ist es romantisch, belebend, mit nackten Fuessen am Strand entlang zu laufen und endlich etwas zu spueren in unserer kuehlen, sterilen Welt, aber wer immer Sand zwischen den Zehen hat sehnt sich nach festen Schuhen und sauberem Boden.

Ich singe mein erstes Konzert in einer kleinen Wellblechhuette mit einer phillipinischen Band, die auf feuchten Seiten spielen, meine Stimme knarzt durch den Verstaerker und ist schlimmer als beim Karaoke, aber es macht Spass. Neben mir liegt ein gegrilltes Schwein. Ich esse lieber Reis. Dem Hotelbartender bringe ich bei wie man White Russian mixt. Alles andere ist hoffnungslos.

Es gibt viel zu erzaehlen, so viel, das man fast nicht anfangen kann. Von den deutschen Maennern die hier heiraten, dem Essen und der Dschungelkommune, dem Busfahren und den seltsamen Leuten die man trifft. Vielleicht wenn ich zu Hause bin.

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Auenland goes Phillipines

Montag, Februar 22nd, 2010 | Author: admin

Eine Woche mit Io auf Dreh in Hamburg, zwischem exzellentem Hotelfrühstück, belegten Brötchen und Fastfood. Der Schnee liegt in meterhohen Wällen an den Strassenrändern, auf den Nebenstraßen dezimeterdickes Eis mit tiefen Rillen. Auf der Alster kann man herumlaufen, ich würde gerne einen Schneemann bauen, aber meine Stiefel sind schon nass. Als es taut, läuft eine Strasse in der Nähe voller Wasser, die gesamte Nachbarschaft patscht in Gummistiefeln und mit Schaufeln bewaffnet durch die riesige Eispfütze und sucht irgendwo unter den vereisten Schneewällen nach den Abflüssen.

Wir gehen in eine Karaokebar auf dem Kiez, ich blamiere mich fürchterlich mit alten Schnulzen, aber dazu sind Karaokebars ja da. Mein schlimmster Alptraum: Jemand singt meine eigenen Lieder besser als ich. Das Schlimmste daran ist, dass die Wahrscheinlichkeit enorm ist. Io sagt ich soll an Bob Dylan denken, viele seiner Songs sind auch nur durch andere Sänger berühmt geworden.

Die Kinder der Leute bei denen wir drehen sind zuckersüß. Selbst die Männer im Team wollen plötzlich alle Nachwuchs haben. Einzige Unannehmlichkeit: Die lieben Kleinen sind krank und laufen wie kleine Bazillenschleudern hustend und schniefend durch die Gegend, patschen einem ins Gesicht und wollen, dass man ihren Lolli probiert.

Jetzt sind Io und ich fürchterlich erkältet, aber morgen früh geht es direkt um halb sechs weiter auf die Phillipinen. Dort sind es zur Zeit verlockende 31 Grad, allerdings muss man erst eine 2-Tagesreise in schleimhautunfreundlichen Flugzeugen, überklimatisierten Schiffen und rumpelnden Jeeps hinter sich bringen ehe man dort ist. Alle sagen “wie toll!” und wie sehr sie mich beneiden, und ich fühle mich unglaublich undankbar. Doch, ich freue mich sehr, aber meine bescheidene Gage ist für mich kein Bonus, sondern Schmerzensgeld für die Reise.

Ich fühle mich ein bisschen wie Frodo Beutlin, der Hobbit aus Herr der Ringe. Ich sehne mich ständig nach dem Auenland, meinem gemütlichen Heim, regelmäßigen Mahlzeiten, viel Natur und einem berechenbaren Tagesablauf, aber ständig kommen mir dabei irgendwelche Abenteuer und gefährlichen Unternehmungen in den Weg. Aber wie die Bewohner meiner Wahlheimat Rock-City immer sagen (und was auch Galadriel zu Frodo gesagt hätte wenn sie die Elbenkönigin von Rock-City wäre):

Wer weiss wofür et jut is… :-)

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Bambushüttenträume

Donnerstag, Februar 04th, 2010 | Author: admin

Dies sollte nie ein Jammerblog sein, sondern einen humorvoller schriftlicher Blick auf das Leben. Leider ist mit dem Verlust meiner Wahlheimat God-City, dem Abbruch des sinnlosen Studiums, dem Verlust von Jobs und Zukunftsperspektiven auch der Humor etwas verlustig gegangen.

Um mein Elend nicht wie viele andere Depressive ellenlang auf irgendwelchen Bahnschienen auszubreiten, habe ich die Beine in die Hand genommen und mit Sport und Therapie gegengesteuert. Der Gedanke, eventuell Psychopharmaka nehmen zu müssen, führte zu einer spontanen Schockheilung. Ich nehme nicht mal Aspirin wenn ich Kopfschmerzen habe.

Alternative: Jeden Tag eine Stunde spazieren, Omega-3-Fettsäuren in medizinischen Dosen (in Ländern in denen viel Fisch gegessen wird gibt es kaum Depressionen, und Studien belegen mittlerweile eine deutliche antidepressive Wirkung) und Akupunktur. Das Schwierigste ist dabei wohl, die Angst vor der Zukunft zu verlieren und die Dinge so zu nehmen wie sie eben kommen.

Mittlerweile habe ich beschlossen viel Geld und Zeit zu investieren und noch einmal ein neues Bachelorstudium im Fach Psychologie zu beginnen (nachdem ich mich davon überzeugt habe, dass man tatsächlich die knallharte Wissenschaft mit biologischen und neurologischen Aspekten lernt, und kein Hausfrauenwischiwaschi!). Bis dahin nutze ich die Zeit, um die Dinge zu tun, die man sonst wohl nie tun kann:

  • Theater spielen (gestern war die Premiere, es ist aufregend, und ich habe so etwas wie eine kleine Familie gefunden ;-) Wir spielen diese Woche jeden Abend, ständig sind Leute um einen und die Zeit vergeht wie im Flug)
  • Lieder schreiben und komponieren (ich werde schon von betrunkenen Semistars angesprochen, die mir begeistert um den Hals fallen und schwören, dass sie mich “ganz groß” machen werden… ;-) Immerhin, demnächst wird ein Demo aufgenommen und Kontakte entstehen…)
  • bei einem TV-Beitrag mitspielen (dafür geht es auf die Phillipinen! Zuerst habe ich mir Sorgen um das Geld gemacht und mich vor dem Flug gefürchtet und vor dem Drehstress. Aber nun habe ich beschlossen, noch eine Woche länger da zu bleiben. Ich werde ganz allein am anderen Ende der Welt in einer Bambushütte in einem kleinen Fischerdorf wohnen, vor Hitze eingehen, Cocktails schlürfen, meine Zehen in den Sand graben, jede Menge exotisches Zeug mit Reis essen und mit einem stinkenden Moped durch den Urwald tuckern; Wasserfälle und Tiere bestaunen, Nichtstun und vielleicht einfach da bleiben…;-) )

Es wird also viel zu berichten geben. Wie es wird und was aus mir wird, weiss ich noch weniger als vor einem Jahr, aber ich glaube ich finde Gefallen daran. Vielleicht habe ich doch zu viel geplant und zu wenig gewagt…

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Ein neuer Anfang

Mittwoch, Februar 03rd, 2010 | Author: admin

Das Problem beim Bloggen ist, dass man im Grunde doch nicht schreiben kann, was man will. Zumindest dann nicht, wenn Freunde, Kollegen und Verwandte die URL kennen. Es ist auf keinen Fall so, dass ich das Bedürfnis hätte, tüchtig über alle meine Lieben herzuziehen oder öffentlich in die Tiefen meines Sexuallebens abzutauchen. Nur muss man selbst über die kleinsten Kleinigkeiten Stillschweigen bewahren, da sich sonst jemand auf die Füße getreten fühlt.

Wenn man zum Beispiel zum Tee besucht wird, gibt es Frauen, die beim Reden den Faden des Teebeutels ein Dutenzendmal um den Henkel der Tasse wickeln. Statt nach drei Stunden Quatschen und sieben Tassen Tee das Zeug einfach in die Spülmaschine zu stellen, ist man anschliessend noch eine halbe Stunde beschäftigt, die Teebeutel wieder abzuwickeln. Darüber darf man sich dann aber nicht amüsiert schriftlich äußern, da betreffende Freundin sofort weiss, dass sie gemeint ist, und unglaublich beleidigt ist. Beteuerungen, dass man das Ganze eher allgemein gemeint hat und sich wirklich nicht daran stört und deswegen auch nichts gesagt hat und überhaupt nichts lieber tut als mit ihr stundenlang Tee zu trinken und sowieso selbst schuld ist wenn man seinen Gästen ollen Beuteltee vorsetzt, werden nicht akzeptiert und man darf hinfort seinen Tee alleine trinken.

Wenn es also schon so ist, wie soll man dann die Teebeutelfäden des eigenen Lebens, die wirklich wichtigen Dinge, die einen bewegen und dem Leben neue Wendungen geben, literarisch entwirren ohne anzuecken oder sich blosszustellen? Und doch sind für diesen Blog und den geneigten und mir unbekannten oder bekannten Leser doch gerade diese Dinge am wertvollsten. Deswegen soll es im nächsten Eintrag einen kleinen Einblick in meine Spülmaschine geben, auf das was gewesen ist und noch kommen mag.

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Frauen am Steuer

Samstag, Januar 09th, 2010 | Author: admin

Neulich habe ich einen Berufsorientierungstest gemacht. Entgegen meiner Erwartung waren meine mathematischen Fähigkeiten im Durchschnitt (nicht darunter), dafür habe ich jedoch ein überdurchschnittliches räumliches Vorstellungsvermögen und mechanisches Verständnis. Ich habe beschlossen die Testergebnisse nun beim Autofahren als Beweisstück bei mir zu tragen und jedem Kerl, der auch nur schräg guckt, mit einem fünfminütigen Vortrag über Vorurteile gegenüber weiblichen Fahrerinnen unter die Nase zu halten.

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Neujahrskrankheit

Montag, Januar 04th, 2010 | Author: admin

Der Neujahrsmorgen ist mit einer der schlimmsten des ganzen Jahres, zumindest wenn man zu einer Kultur gehört in der Alkohol getrunken wird. Da man ja aus Fehlern lernt, hatte ich mir vorgenommen, dieses Mal nur eine Sorte Alkohol zu trinken und rechtzeitig zu Antialkoholischem umzuschwenken. In meinem jugendlichen Leichtsinn entschied ich mich für die Bowle, was auch dazu führte, dass der rechtzeitige Augenblick unbemerkt an mir vorüberging. Io und mir ging es außerordentlich schlecht. Die Details unseres Elends behalte ich für mich.

Wir schafften es im Laufe des Tages wieder, feste Nahrung zu uns zu nehmen. Als wir uns abends nach Draußen wagten, um vor dem Schlafengehen noch einmal mit frischer Luft gegen Unwohlsein und Kopfschmerzen vorzugehen, hatte der Türke um die Ecke entgegen aller Erwartung geöffnet (nicht dass es uns nach etwas zu Essen gelüstet hätte). Während wir uns gerade noch so auf den Beinen halten konnten, stand er pfeifend hinter seinem Dönerspiess und wirbelte Pizza durch die Luft. Im Grunde sind die Kulturen, bei denen zum Feiern nicht unbedingt Alkohol gehört, doch zu beneiden.

Am nächsten Tag, also gestern, hatte ich morgens um zehn Uhr eine Theaterprobe. Marko, unser Hauptdarsteller, kam mir entgegen und sah noch fürchterlicher aus als ich mich fühlte. “Es geht mir schrecklich! Silvester hat mich echt gekillt!” sagte er mit tiefen Ringen unter den Augen und aufgedunsenem Gesicht. “So heftig gefeiert?” fragte ich, froh, nicht allein Leidtragende zu sein. Er liess sich in einen Stuhl fallen und antwortete mit schwacher Stimme: “Nee, die Party war langweilig und getrunken hab ich auch nichts. Aber die hatten zwei Hunde und ein Pferd, und ich bin gegen beides wie Teufel allergisch…!”

Auch Abstinenz hilft mitunter nicht gegen Neujahrskrankheit.

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Gute Vorsätze

Freitag, Januar 01st, 2010 | Author: admin

Zum Jahreswechsel fassen viele Menschen gute Vorsätze, um das, was sie im alten Jahr versemmelt haben im neuen Jahr nicht wieder zu versemmeln. Das Datum ist nicht so willkührlich wie es vielleicht scheint, denn immerhin dient das Fest dazu, die Geister des alten Jahres auszutrieben. Außerdem kauft man sich in der Regel einen neuen, leeren und erwartungsvollen Kalender, der mit positiven Dingen gefüllt werden möchte.

Es ist wie mit den Schulheften damals, man kauft sich ein neues und nimmt sich vor diesmal alle Hausaufgaben zu machen, ordentlich zu schreiben, immer das Datum zu vermerken und eine saubere Überschrift zu machen, nichts vollzuklecksen, umzuknicken und keine Seiten herauszureißen, und dann sieht es einen Monat später wieder genau so aus wie das, was man weggeworfen hat.

So ist es auch mit dem Jahr. Im Grunde drehen sich gute Vorsätze um Dinge, die schon immer so waren wie sie sind, und sich auch selten ändern: Mehr Sport machen, sich gesünder ernähren, mehr schöne Dinge tun oder all das nicht mehr tun was man den ganzen Tag so tut. Es natürlich nicht völlig hoffnungslos, und vielleicht ist ein guter Vorsatz die notwendige Brise für den frischen Wind der Dinge verändern kann.

Ich habe mir diesmal nichts vorgenommen, weil zuviel Wind Zugluft verursacht.

Category: Fast Wichtiges, Party | 5 Comments

Winter-Wonderland

Montag, Dezember 21st, 2009 | Author: admin

Vor der Tür ist Winter-Wonderland, gerade rechtzeitig stürmt es Schneemassen herab, so dass es Heiligabend sonnig, kalt und überal weiss sein wird. Dass gerade der Ruhrpott mit einer solchen Schneepracht gesegnet wird, ist zwar leicht verwunderlich und verkehrsmäßig von apokalyptischer Wirkung, aber dennoch schön.

Solche Natureinbrüche erinnern einen doch immer wieder daran, dass unsere menschlichen Kontrollversuche doch im Grunde machtlos und widersinnig sind wenn die Naturgewalten … ähm… ja, walten eben. Viele zivilisierte Menschen lächeln ja über den Ratschlag, stets ein Survivalpack mit Batterien, Kerzen und Müsliriegeln bereitzuhalten. Es mag paranoid erscheinen, aber selbst wenn nur mal der Strom zwei Tage ausfällt, hilft ein Gaskocher schon enorm weiter, besonders bei diesen Temperaturen.

Sollte der Strom tatsächlich ausfallen, haben wir nicht nur einen Gaskocher und jede Menge Konserven, sondern auch einen offenen Kamin, mit dem man Kochen und Heizen kann. Ich fühle mich deswegen survivalmäßig ein bisschen privilegiert… Ein alter Kumpel von mir war damals unglücklicherweise über Jahre hinweg arbeitslos und heizte seine Bude und sein Badewasser ausschliesslich und sehr erfolgreich mit Kerzen und einem Gasofen.

Wer mal richtig campen war, oder an einem mittealterlichen Lager teilgenommen hat, kann sich in etwa vorstellen wie es ist, ohne all die Annehmlichkeiten auszukommen, die wir als so selbstverständlich empfinden. Den meisten Menschen ist allerdings nicht einmal bewusst wie abhängig sie von dem höchst komplexen Versorgungsnetz sind, dass unsere Gesellschaft errichtet hat. Ich finde die Vorstellung interessant, was passiert, wenn dieses Netz einmal zusammenbricht.

Des öfteren hört man von Leuten den Satz “Ich könnte ohne Fernseher nicht leben…” und der Angstschweiss steht ihnen auf der Stirn. Wie man ohne maschinell produzierte und transportierte Nahrungsmittel, Telefon, Herd, Onlinebanking, Heizung, Auto leben kann ist eine Frage, die man sich besser nicht stellt, wenn man schon von einem Medium so abhängig ist. Sehr viele Menschen würden einfach verhungern, erfrieren, oder sich gegenseitig die Köppe einschlagen.

Im ernstzunehmenden Katastrophenfall, also wenn unsere gesamten Netzwerke für Tage ausfallen, würde dann der Staat schnell und hart durchgreifen und alles funkgesteuert militärisch unter Kontrolle bringen? Würden Gangs zunächst ekstatisch und dann selbst verzweifelt die Straßen unsicher machen? Und würden alle Mittelalterfreaks und Outdoorfreunde frohgemut und mit Schwertern bewaffnet kleine Gemeinschaften bilden und über dem offenen Feuer selbstgeangelten Fisch und erbeutete Ravioli brutzeln? Überhaupt hätten all die Leute einen Vorteil, die sich der Natur nicht völlig entfremdet haben, die ein Handerk wie Jäger, Gärtner, Koch oder Elektriker gelernt haben. Vielleicht würden ehemalige Topmodels noch ausgehungerter als sonst völlig hilflos durch die Straßen laufen und ihre Dienste für einen Sack Kartoffeln feilbieten…

In diesem Sinne, ein frohes Weihnachtsfest euch allen!

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TV

Dienstag, Dezember 15th, 2009 | Author: admin

“I think life should be more like TV. I think all of life’s problems ought to be solved in 30 minutes with simple homilies, don’t you?

I think weight and oral hygiene ought to be our biggest concerns.

I think we should all have powerfull, high-paying jobs, and everyone should drive fancy sportscars. All our desires should be instantly gratified.

Women should always wear tight clothes, and men should carry powerful handguns. Life overall should be more glamorous, thrill-packed, and filled with applause, don’t you think?

Of course, if life was really like that, what would we watch on TV?”

Watterson (1989), The Calvin & Hobbes Lazy Sunday Book. Universal Press Syndicate

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